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Handekzeme nehmen zu: Dermatologen empfehlen Routine für Händehygiene

Mittwoch, 31. März 2021

/picture alliance, Robert Kneschke

Berlin – Eine intensivierte Handhygiene ist in der Coronapandemie zwar unverzichtbar, birgt aber ein erhöhtes Risiko für Handekzeme. Darauf weist die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) hin. Die Fachgesellschaft empfiehlt daher anstelle von häufigem Händewaschen mit Seifen ein alternatives Verfahren.

„Zu beachten ist, dass die für die Handhygiene verwendeten Mittel nicht nur den erwünschten Effekt einer Ablösung oder Abtötung des Krankheitserregers haben, sondern auch das Hautorgan selbst beein­trächtigen können“, sagte Peter Elsner, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der DDG.

Durch die eingesetzten Substanzen könnten die im Stratum corneum interzellulär vorhandenen Lipid-Doppellamellen, aber auch dem Wasserhaushalt dienende Peptide („Natural Moisturizing Factor“) ange­griffen werden. Dies begünstige die Entstehung eines irritativen Kontaktekzems.

Berichte aus Hautarztpraxen bestätigen laut Fachgesellschaft diese Vermutung – ebenso wie eine Studie bei 114 Beschäftigten in einem OP und der Intensivstation des Universitätsklinikums München zu Be­ginn der Coronapandemie im vergangenen Jahr (2020; DOI: 10.1111/cod.13618).

Diese hatte ergeben, dass unter den Bedingungen der Coronapandemie die Handhygienemaßnahmen signifikant zunahmen und dass in deren Folge 90 Prozent der Mitarbeiter klinische Symptome eines Handekzems zeigten: Insbesondere Hauttrockenheit (83,2 Prozent), gefolgt von Erythem (38,6 Prozent), Juckreiz (28,9 Prozent), Brennen (21,1 Prozent), Schuppung (18,4 Prozent), Fissuren (9,6 Prozent) und Schmerzen (4,4 Prozent).

„Die Erhaltung der Hautgesundheit macht ein Umdenken bei der Handhygiene-Strategie erforderlich“, sagte Elsner, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena.

Die Fachgesellschaft empfiehlt daher statt Waschungen mit Seife oder Waschlotionen bei fehlender sicht­barer Verschmutzung der Hände eine Desinfektion mit einem viruswirksamen alkoholischen Hände­desinfektionsmittel, nach Möglichkeit mit barriereschützenden Hilfsstoffen wie Glycerol.

Nach jeder Waschung und/oder Desinfektion sollte die Haut der Hände vollständig mit einem Pflege­präparat eingecremt werden, das die Regeneration der Hautbarriere unterstützt.

Wenn trotz dieser Maßnahmen Handekzeme auftreten, sollten diese unverzüglich leitliniengerecht behandelt und – wenn sie vermutlich beruflich bedingt sind – dem zuständigen Unfallversicherungs­träger gemeldet werden. © hil/aerzteblatt.de

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