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Politik

Coronaimpfungen: 35.000 Arztpraxen starten mit Biontech-Vakzin

Donnerstag, 1. April 2021

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU, rechts) und Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztliche Bundesvereinigung /picture alliance, Michael Kappeler

Berlin – Der Impfstart in Arztpraxen direkt nach Ostern erfolgt in 35.000 Hausarztpraxen und dem Coro­na­impfstoff von Biontech. Dies gab heute Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) bekannt. Für die erste Woche haben die Praxen laut Spahn insgesamt 1,4 Millionen Impfdosen bestellt – lieferbar seien zunächst 940.000 Dosen.

Dieser nächste Schritt bei der Impfkampagne werde „noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger“, betonte Spahn. Die Coronaimpfungen in den Arztpraxen sollen nach Ostern allmählich hochgefahren werden. Zwar beginne man mit den Hausarztpraxen, die Fachärzte und auch Privatärzte sollen aber zeit­nah einbezogen werden.

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Spahn erläuterte, mit dem Impfstart in den Arztpraxen würden nun Strukturen und Abläufe etabliert, um die Impfzahlen in wenigen Wochen deutlich steigern zu können. Ende April seien bereits mehr als drei Millionen Dosen pro Woche für die Praxen vorgesehen. Der Impfstoff gehe vom Bund an den Großhandel und dann über die Apotheken an die Praxen – hier nutze man bewährte Wege.

In den ersten beiden Wochen solle in den Arztpraxen ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer eingesetzt werden. Ab der Woche vom 19. April seien Biontech und Astrazeneca vorgesehen, ab der Wo­che vom 26. April dann Biontech, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Allerdings seien aufgrund „aktu­eller Entwicklungen“ noch Anpassungen bei den Planungen möglich.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sprach von „35.000 weiteren Impfzentren“. Er sicherte einen „guten und professionellen Start“ der Coronaimpfungen in den Praxen der niedergelassenen Ärzte zu.

Insgesamt böten die Arztpraxen ein „Riesenpotenzial“ – man könne perspektivisch mehrere Millionen Dosen pro Woche verimpfen und so dazu beitragen, die Coronapandemie zu kontrollieren.

Eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Arztpraxen mit Impfstoffen spielen der pharmazeutische Groß­handel und die Apotheken. Die Präsidentin der Bundesvereinigung der Deutscher Apothekerverbän­de (ABDA), Gabriele Overwiening, sagte, die Apotheken vor Ort könnten jede zur Verfügung stehende Menge managen – trotz der „pharmazeutisch anspruchsvollen Vakzine“.

Der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO), Marcus Freitag, versicherte, dass die Kapazitäten so ausgelegt seien, auch weitaus größere Mengen als zu Beginn zu verarbeiten.

Da die Apotheken jeweils einzelne Durchstechflaschen erhalten, übernähmen die Großhändler das Aus­einzeln und Umverpacken der Impfstoffe, so Freitag. Außerdem stelle man abhängig von Impfstoff und Anzahl der Dosen das jeweils passende Impfzubehör – wie etwa Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung zum Verdünnen der Impfstoffe – zusammen. Das Zubehör sei fester Bestandteil jeder COVID-19-Impf­stoff­lieferung an die Apotheken.

Wie die KBV betont, sind die Impfungen gegen COVID-19 für die Bürger unabhängig vom Versichertenstatus kostenlos. Sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte können – sobald genügend Impfstoffe vorhanden sind – in den Praxen der niedergelassenen Vertragsärzte geimpft werden. © aha/dpa/afp/aerzteblatt.de

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penangexpag
am Donnerstag, 1. April 2021, 20:10

der psychologische Schlag ins Wasser

Daß die Praxen nun gerade NICHT Astrazeneca verwenden - das wirft kein gutes Licht auf das Informationsverhalten gegenüber der Öffentlichkeit. Denn 1. war ja gerade wegen der einfacheren Logistik diese Impfstoff von Anfang an für die Praxen angedacht, und 2. war wegen der inzwischen in den Blick geratenen Thrombosefälle die Anwendung dieses Impfstoffes durch den mit seinen Patienten vertrauten Hausarzt als günstigste Lösung erkannt worden. Wenn man dann noch die Umbenennung des Vermarktungsnamen addiert - dann muß man sich nicht wundern, wenn die Öffentlichkeit mißtrauisch wird. Im Grunde ist dieser Impfstoff verbrannt. Daß die wegen des Überhanges an diesem Impfstoff vorgezogenen Impfungen in der Prioritätengruppe 2 nicht zwingend mit Astrazeneca erfolgen sollten, sondern die Kandidaten in den Zentren die Wahl hatten - daß hat man nicht gerade herausposaunt. Viele Leute hätten diese Wahl aber gern in Anspruch genommen. Mit diesen Bemerkungen soll die Effektivität des Impfstoffes nicht infrage gestellt werden, aber Impfen ist auch ein psycholgisch zu untermauernder Prozeß, jedenfalls in unserer Gesellschaft. Und diese Untermauerung ist nun wirklich gründlich in die Hose gegangen.
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