szmtag SARS-CoV-2 kann auch Mäuse infizieren
NewsMedizinSARS-CoV-2 kann auch Mäuse infizieren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

SARS-CoV-2 kann auch Mäuse infizieren

Dienstag, 6. April 2021

/filin174, stock.adobe.com

Paris – Die Mutationen von SARS-CoV-2, durch die in den letzten Monaten mehrere besorgniserregende Varianten entstanden sind, haben nicht nur die Infektiosität für die Menschen erhöht. Französische Forscher berichteten kürzlich in bioRxiv (2021; DOI: 10.1101/2021.03.18.436013), dass sie mit den Varianten B.1.351 und P.1 auch Labormäuse infizieren konnten. Damit steigt die Gefahr, dass die Viren sich in der Natur ausbreiten.

Das neue Pandemievirus, dessen natürliches Reservoir in einigen exotischen Tieren aus Südostasien vermutet wird, kann auch heimische Tierarten infizieren. Die originale Wuhan-Variante wurde etwa in Hamstern, Nerzen, Hunden und Katzen (sowie katzenartigen Zootieren) nachgewiesen. Mäuse konnten bisher nicht infiziert werden (weshalb die Forscher ihre Experimente an Nagern durchführen mussten, die mit dem Gen für den humanen ACE2-Rezeptor ausgestattet werden).

Anzeige

Bei den Varianten B.1.351, die sich von Südafrika ausbreitet, und P.1, die zuerst in Brasilien nachge­wiesen wurde, ist dies jedoch anders. Xavier Montagutelli, der am Institut Pasteur in Paris eine Arbeits­gruppe für die Genetik von Mäusen leitet, konnte normale Labormäuse problemlos mit den beiden Varianten infizieren.

3 Tage nach einer intranasalen Infektion der Mäuse kam es bei den Nagern zu einer Lungenentzündung mit den typischen Merkmalen von COVID-19 mit Schädigungen der Atemwegsepithelien und intersti­tiellen Infiltraten in den Lungen mit Lymphozyten und anderen Entzündungszellen. Ein Infektions­versuch mit dem originalen Wuhan-Stamm blieb erfolglos, und auch die britische Variante B.1.1.7 scheint nur zu einer sehr begrenzten Replikation in den Mäusen in der Lage zu sein.

Montagutelli führt die Infektiosität von B.1.351 und P.1 auf die Veränderungen an der Bindungsstelle des S-Proteins zurück, die ein Andocken an den ACE2-Rezeptor der Mäuse ermöglichen. Bislang sind die Viren nicht bei wild lebenden Mäusen nachgewiesen worden. Aufgrund der engen Verwandtschaft der Labormäuse mit frei lebenden Tieren muss jedoch damit gerechnet werden, dass SARS-CoV-2 sich auch in Europa in der Natur ausbreiten könnte. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG WortLNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER