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Medizin

Wissenschaftler empfehlen Fastenkur als Einstieg in eine langfristige Ernährungsumstellung

Mittwoch, 2. Juni 2021

/MIA Studio, stock.adobe.com

Berlin – Menschen mit metabolischem Syndrom, die ihre Ernährung umstellen, sollten dabei am besten mit einer Fastenkur starten. Das meinen Wissenschaftler um Sofia Forslund und Dominik Müller vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC). Dieses ist eine gemeinsame Einrichtung vom MDC und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

In der Fachzeitschrift Nature Communications erläutern die Forscher, warum Menschen damit ihren Gesundheitszustand langfristig verbessern könnten (DOI: 10.1038/s41467-021-22097-0).

An einer entsprechenden Studie nahmen 71 Probanden mit metabolischem Syndrom und erhöhtem systolischen Blutdruck teil. Die Forschenden teilten sie nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen ein. Beide Gruppen ernährten sich 3 Monate lang nach der sogenannten DASH-Diät, dem „Dietary Approach to Stop Hypertension“ – einem Ernährungsansatz gegen Bluthochdruck.

Bei dieser Mittelmeerdiät kommen viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte, Fisch und mageres weißes Fleisch auf den Tisch. Eine der beiden Gruppen nahm 5 Tage lang keinerlei feste Nahrung zu sich, bevor sie mit der DASH-Diät begann – diese Gruppe startete die Ernährungs­umstellung also mit einer Fastenkur.

„Das angeborene Immunsystem bleibt während des Fastens stabil, während sich das adaptive Immun­system herunterfährt“, erläutert Andras Maifeld, der Erstautor der Studie. Dabei nahm insbesondere die Anzahl von entzündungsfördernden T-Zellen ab, während sich regulatorische T-Zellen vermehrten.

Anhand von Stuhlproben untersuchten die Forschenden außerdem die Auswirkungen des Fastens auf das Mikrobiom des Darms. Dieses veränderte sich während des Nahrungsverzichts stark. „Dabei vermehren sich vor allem die gesundheitsfördernden Bakterien, was die Blutdrucksenkung fördert“, berichten die Forscher. Einige Veränderungen blieben auch nach erneuter Nahrungsaufnahme erhalten.

„Bei den Probanden, die mit einer 5-tägigen Fastenperiode in die gesunde Ernährung eingestiegen sind, blieben der Body Mass Index, der Blutdruck und der Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten dauerhaft niedriger“, erläuterte Müller.

Die Wissenschaftler argwöhnten allerdings, dass die positiven Effekte des Fastens möglicherweise eher auf die Medikamente zurückzuführen waren, welche die Probanden einnahmen. Forslunds Arbeitsgruppe wertete daher gemeinsam mit Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig und der McGill University, Montreal, Kanada, die Ergebnisse mithilfe einer künstlichen Intelligenz statistisch aus. Dabei griffen sie auf Ergebnisse aus einer früheren Studie zurück, in der sie den Einfluss von blutdrucksenkenden Medikamenten auf das Mikrobiom untersucht hatten.

„So konnten wir den Einfluss der Medikamente herausfiltern und sehen, dass es von der individuellen Immunabwehr und dem Darmmikrobiom abhängig ist, ob jemand gut auf eine Ernährungsumstellung anspricht oder nicht“, sagte Forslund.

„Das Fasten wirkt wie ein Katalysator für die schützenden Mikroorganismen im Darm. Die Gesundheit verbessert sich sichtbar sehr schnell, die Patienten können ihre Medikation reduzieren oder oftmals ganz auf Tabletten verzichten“, lautet das Fazit der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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