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Medizin

Wann eine Lungentrans­plantation bei COVID-19 das Leben retten kann

Dienstag, 6. April 2021

/Orawan, stock.adobe.com

Chicago – Weltweit haben bereits etwa 40 Menschen, deren Lungen durch COVID-19 irreversibel geschädigt waren, eine Lungen­trans­plan­ta­tion erhalten. Ein internationales Ärzteteam berichtet in Lancet Respiratory Medicine (2021; DOI: 10.1016/S2213-2600(21)00077-1) über 12 Patienten, von denen nur einer 61 Tage nach der Operation an einer Sepsis starb.

Nur wenige Menschen, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 ein akutes Lungenversagen entwickeln, eignen sich für eine Lungen­trans­plan­ta­tion. Die 12 Patienten, die im letzten Jahr an 3 Zentren in den USA und jeweils einer Klinik in Italien, Österreich und Indien operiert wurden, waren mit 48 Jahren relativ jung, fast alle waren frei von Begleiterkrankungen – 4 hatten Bluthochdruck, Diabetes oder eine Psoriasis-Arthritis – und die Ärzte stuften die Überlebenschancen nach einer Lungen­trans­plan­ta­tion als hoch ein.

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Bei allen Patienten war es zu einer schweren Schädigung der Lungen gekommen. Sie wurden median bereits seit 70 Tagen mechanisch beatmet, was jedoch für eine ausreichende Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreichte. Die Patienten benötigten über median 55 Tage zum Gasaustausch zusätzlich eine extra­korporale Membranoxygenierung (ECMO). Eine Aussicht auf eine spontane Erholung der Lungen bestand zum Zeitpunkt der Operation nicht mehr.

Eine Lungen­trans­plan­ta­tion gehört zu den möglichen wenn auch selten durchgeführten Behandlungen bei einem akuten Lungenversagen. Die Schädigung der Lungen erschwert in der Regel die Operation, so auch bei den 12 Patienten, über die ein Team um Ankit Bharat von der Feinberg School of Medicine in Chicago berichtet.

Bei allen Patienten waren die Lungen aufgrund von ausgedehnten Adhäsionen mit dem Brustkorb verklebt, was beim Ablösen häufig zu schweren Blutungen führte. Die Hälfte der Patienten benötigte intraoperativ mehr als 10 Erythrozytenkonzentrate. Bei allen Patienten waren zudem die Lymphknoten am Lungenhilus stark erweitert. Bei 10 Patienten musste die ECMO-Behandlung nach der Operation fortgesetzt werden, eine mechanische Beatmung war median über 16 Tage notwendig.

Alle Patienten erholten sich jedoch von der Operation. Sie konnten nach 20 Tagen aus der Intensiv­station, und bis auf 1 (der sich nach 33 Tagen noch von der Operation erholt) konnten alle nach 37 Tagen aus der Klinik entlassen werden. Bis auf 1 Patient, der am Tag 61 an den Spätfolgen einer Neuro­pathie starb, sind alle am Leben und haben laut Bharat gute Chancen auf eine vollständige Genesung.

Von den weltweit etwa 40 Patienten sind laut einer Pressemitteilung allein 12 an der Medizinischen Universität Wien lungentransplantiert worden, die ersten Patienten bereits im Mai letzten Jahres. © rme/aerzteblatt.de

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