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Ausland

Biden bescheinigt USA „unglaubliche Fortschritte“ beim Impfen gegen SARS-CoV-2

Mittwoch, 7. April 2021

US-Präsident Joe Biden (l) gestern beim Besuch eines Impfzentrums im US-Bundesstaat Virginia. /picture alliance, AP, Evan Vucci

Washington – Impfen ohne „verwirrende Einschränkungen“: In den USA sollen alle Erwachsenen schon in weniger als zwei Wochen einen Termin für eine Coronaimpfung gegen SARS-CoV-2 vereinbaren können. „Wir machen unglaubliche Fortschritte“, sagte US-Präsident Joe Biden gestern im Weißen Haus.

„Vom 19. April an ist jeder Erwachsene in jedem Staat, jeder Erwachsene in diesem Land berechtigt, sich in die Schlange zu stellen, um eine Coronaimpfung zu bekommen.“ Vom Impferfolg der Amerikaner soll­en auch andere Länder profitieren, wie Biden deutlich machte. Das dürfte aber erst in einigen Monaten soweit sein. Einen verpflichtenden Impfpass auf Bundesebene schloss das Weiße Haus indes aus.

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Mit der baldigen landesweiten Aufhebung der Staffelung der Impfberechtigten sendet Biden ein weite­res Zeichen an die Bevölkerung, dass die USA in der Pandemie auf dem richtigen Weg sind. Die guten Neuigkeiten verknüpfte er aber wie gewohnt mit einer Warnung. Das Virus breite sich weiter aus, weil zu viele Menschen der Annahme seien, dass man die Ziellinie schon erreicht habe.

„Lassen Sie mich todernst mit Ihnen sein: Wir sind nicht an der Ziellinie“, sagte Biden. Neue Varianten des Coronavirus verbreiteten sich schnell, die Zahl der Neuinfektionen gehe wieder nach oben und auch die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern sei nicht mehr rückläufig. Auch wenn immer mehr Im­pfungen verfügbar und mehr Menschen geimpft seien, brauche es Zeit, bis der komplette Schutz ein­trete.

Die USA sind – gemessen an absoluten Zahlen der Infektionen und Toten – das am schwersten von der Coronapandemie betroffene Land. Mehr als 30,8 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus wurden nachgewiesen, mehr als 556.000 damit verbundene Todesfälle sind bekannt. Gestern meldeten die Be­hörden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 61.006 Neuinfektionen und 896 Tote.

Biden hat die Impfkampagne seit seinem Amtsantritt am 20. Januar erheblich beschleunigt. Nach Anga­ben des Weißen Hauses wurden seither mehr als 150 Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt – also inklusive der Wochen vor Bidens Start – waren es landesweit nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mehr als 168 Millionen.

Ursprünglich hatte Biden die Bundesstaaten angewiesen, Impfstoffe bis spätestens 1. Mai für alle Er­wach­senen freigeben zu lassen. Mehrere Bundesstaaten haben die Staffelung nach Impfgruppen bereits aufgehoben oder dafür einen Termin unabhängig von der Ankündigung des Weißen Hauses bekanntge­geben.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sagte gestern: „Heute hat jede Person im Bundesstaat New York, die älter als 16 Jahre ist, Anspruch auf den Impfstoff. Es gibt keine Entschuldigung, nicht online zu gehen und heute einen Anruf (für einen Termin) zu tätigen.“

Der Großteil der Amerikaner werde bis Ende Mai voraussichtlich mindestens einmal geimpft sein, sagte Biden. Er hoffe, vor dem Ende des Sommers ankündigen zu können, dass die USA über mehr Impfstoff verfügten als nötig, um anderen, armen Ländern zu helfen. Solange die Impfung nicht überall auf der Welt verfügbar und das Virus noch nicht in allen Ländern besiegt sei, „sind wir nicht komplett sicher“, sagte Biden.

Die US-Regierung hat es zur Priorität erklärt, zunächst die eigene Bevölkerung zu impfen. Gegen Biden wurde daher schon der Vorwurf laut, die „America First“-Doktrin von seinem Vorgänger Donald Trump fortzusetzen und es insbesondere armen Ländern zu erschweren, an Impfstoffe zu kommen.

Kalifornien stellte seinen Bürgern gestern in Aussicht, dass Mitte Juni die meisten Coronabeschrän­kun­gen aufgehoben werden könnten. Als Voraussetzung für eine komplette Wiedereröffnung der Wirtschaft nannte Gouverneur Gavin Newsom, dass genügend Impfstoff für alle Kalifornier ab 16 Jahren, die ge­impft werden wollen, vorhanden sein und die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern stabil und niedrig sein müsse.

„Wir können jetzt mit der Planung für unser Leben nach der Pandemie beginnen“, erklärte Newsom. „Wir werden wachsam bleiben müssen und die Maßnahmen, die uns hierher gebracht haben – Masken tragen und sich impfen lassen – beibehalten, aber das Licht am Ende des Tunnels war noch nie heller.“

Die Einführung eines verpflichtenden Impfpasses auf Bundesebene lehnte das Weiße Haus ab. „Lassen Sie mich das ganz klar sagen: Die Regierung wird weder jetzt noch in der Zukunft ein System unter­stüt­zen, das von Amerikanern verlangt, einen Nachweis bei sich zu führen“, betonte Sprecherin Jen Psaki. Es werde auch keine Impfdatenbank auf Bundesebene geben. Man wolle damit den Datenschutz und ande­re Rechte der Amerikaner gewährleisten.

Von der Privatwirtschaft würden solche Optionen aber derzeit in Betracht gezogen, um Veranstaltungen mit großen Menschenmengen auf sichere Weise wieder zu ermöglichen. „Dort ist die Idee entstanden, und wir rechnen damit, dass sie dort zu Ende geführt wird“, sagte Psaki weiter. © dpa/aerzteblatt.de

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