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Medizin

Bilder zeigen Funktionsweise des Astrazene­ca-Impfstoffs

Donnerstag, 8. April 2021

Die Illustration zeigt eine Kronenzacke (Spike) des COVID-19-Virus. /picture alliance, Maximilian Schönherr

Southampton – Forschende der Universität Southampton und Oxford haben mit hochauflösenden Mikroskopiertechniken gezeigt, wie menschliche Zellen nach Kontakt mit dem Astrazeneca-Impfstoff sogenannte Proteinspikes entwickeln, die jenen von SARS-CoV-2 sehr ähnlich sind. Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift ACS Central Science erschienen (2021; DOI: 10.1021/acscentsci.1c00080).

„Viele Menschen wissen vermutlich nicht, wie ihre Zellen zu kleinen Fabriken werden, die virale Stacheln produzieren, die dann die Immunreaktion anstoßen, die es braucht, um die Krankheit zu bekämpfen“, sagte der britische Biologe Max Crispin.

Das SARS-CoV-2-Virus hat eine große Anzahl von sogenannten Spikes, die aus seiner Oberfläche heraus­ragen und die es nutzt, um sich an Zellen im menschlichen Körper anzuheften und in diese einzudringen. Diese Stacheln sind mit Zuckern überzogen, so genannten Glykanen. Sie verschleiern Teile der viralen Proteine für das menschliche Immunsystem.

Der von der University of Oxford und Astrazeneca entwickelte Impfstoff besitzt eine abgeschwächte Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen, welcher das genetische Material des stacheligen Oberflächenproteins der Viren enthält und dieses in die Körperzellen transportiert. Nach einer Impfung bilden die Zellen mit Hilfe der Bauanleitung das stachelige Protein der Viren in etwa nach und der Körper entwickelt eine Immunantwort dagegen.

Bei der vorliegenden Studie arbeiteten Wissenschaftler der University of Oxford und der University of Southampton zusammen, um die SARS-CoV-2-Spikes zu charakterisieren, die von den Zellen hergestellt werden.

Die Wissenschaftler setzten eine Reihe von Zellen in vitro dem Impfstoff von Oxford-Astrazeneca aus. Mit Hilfe einer bildgebenden Technik, die als Kryo-Elektronenmikroskopie bekannt ist, nahmen sie Tausende von Bildern auf, die sie dann kombinierten, um ein klares Bild der resultierenden Proteinspikes auf den Zellen zu erstellen.

„In dieser Studie wollten wir sehen, wie sehr die durch den Impfstoff induzierten Spikes denen des infektiösen Virus ähneln. Wir waren sehr erfreut, eine große Anzahl von ähnlichen Spikes zu sehen“, sagte Crispin. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #710751
DocAge
am Donnerstag, 8. April 2021, 20:17

und dann?

werden die Körperzellen, die die Spikes dann auf ihrere Oberfläche präsentieren, vom eigenen Immunsystem zerstört?
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