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Medizin

SARS-CoV-2: Moderna-Impfstoff erzeugt hohe Antikörpertiter über (mindestens) 6 Monate

Mittwoch, 7. April 2021

/picture alliance, POOL AP, Michael Sohn

Atlanta – Nachdem der Hersteller Pfizer/Biontech in der letzten Woche zeigen konnte, dass die Schutz­wirkung seines Impfstoffs BNT162b2 über mindestens 6 Monate anhält, kann auch Moderna, der Hersteller der 2. zugelassenen mRNA-Vakzine, in einer Studie belegen, dass die Impfung mit mRNA-1273 anhaltend hohe Antikörpertiter erzeugt (NEJM, 2021; DOI: 10.1056/NEJMc2103916).

Biontech hatte am 1. April erste Langzeitdaten aus seiner Phase-3-Studie vorgestellt, die im Sommer letzten Jahres begann. So weit ist Moderna noch nicht. Ein Team um Nicole Doria‑Rose von der Emory University School of Medicine in Atlanta begleitet jedoch 33 Teilnehmer der Phase-1-Studie, bei denen regelmäßig Blutproben untersucht werden. Die Forscher bestimmen die Antikörpertiter und untersuchen das Serum auf seine Fähigkeit, Viren von der Zerstörung von Zellkulturen abzuhalten, was als Neutrali­sation bezeichnet wird.

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Beide Untersuchungen deuten auf einen langfristigen Schutz hin. Zwar gehen die Antikörpertiter langsam zurück, nachdem sie in den ersten Wochen nach der 2. Dosis die höchste Konzentration erreicht hatten. Doch der Grenzwert, ab dem mit einem Verlust der protektiven Wirkung zu rechnen ist, scheint noch lange nicht erreicht zu sein. Doria‑Rose gibt den mittleren Titer (GMT) 180 Tage nach der 2. Dosis mit 92.451 für die unter 56-Jährigen an. In der Altersgruppe von 56 bis 70 Jahren liegt er noch bei 62.424 und in der Altersgruppe über 70 Jahren bei 49.373.

Diese Werte liegen weit über den Titern, die im Laborexperiment benötigt werden, um eine mittlere Wirkung (ID50) zu erzielen. Der ID50-Wert lag im Pseudovirusneutralisationstest für die 3 Altersgruppen bei 80, 57 und 59. Im empfindlicheren Livevirusneutralisationstest lagen die erforderlichen Titer bei 406, 171 und 131.

Inwieweit die Labortests die klinische Schutzwirkung abbilden, ist zwar nicht ganz sicher. Moderna hinkt hier etwas hinter Pfizer/Biontech her. Es ist jedoch zu erwarten, dass demnächst weitere Daten aus den Phase-3-Studien vorliegen werden. Die Effektivität von mRNA-Impfstoffen wird derzeit nicht infrage gestellt. Die Hoffnung auf eine längere Wirksamkeit erscheint vielen Experten berechtigt zu sein. © rme/aerzteblatt.de

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