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Gesundheit und Familie werden immer wichtiger

Donnerstag, 8. April 2021

/picture alliance, Mohssen Assanimoghaddam

Hamburg – Gesundheit und Familie werden den Deutschen in der Coronapandemie immer wichtiger. In zwei aktuellen Umfragen des Opaschowski Institut für Zukunftsforschung (OIZ) erreichten sie im Ver­gleich zu anderen Lebensbereichen Spitzenwerte, wie der Leiter und Zukunfts­forscher Horst Opaschows­ki sagte. Das Institut hatte Anfang 2020 und Anfang 2021 jeweils 1.000 Menschen ab 14 Jahren nach ihren Lebens­prioritäten in Krisenzeiten befragt.

Demnach ist in diesem Jahr für 94 Prozent der Deutschen die Familie das Wichtigste im Leben – eine Steigerung um sieben Prozent gegenüber 2020. Der Aussage „Ohne Gesundheit ist fast alles nichts wert“ stimmten 93 Prozent zu, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Weder Geld und Güter noch Konsum und Eigen­tum oder Mobilität und Reisen könnten damit konkurrieren, hieß es.

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Selbst die junge Generation im Alter von 14 bis 24 Jahren wisse den Wert der Gesundheit im Leben immer mehr zu schätzen (2020: 87 Prozent; 2021: 90 Prozent) und lasse sich nicht nur vom Konsum­denken blenden.

„Zwischen Lockdownbeschlüssen und kontaktarmen Urlaubsangeboten halten die Menschen Gesundheit und Familie für unverzichtbare Ressourcen im Leben“, erklärte Opaschowski. Beide Bereiche seien in den persönlichen Lebensgewohnheiten fest verankert, weil sie Wohlergehen und Lebenszufriedenheit garan­tierten.

Die Deutschen verbuchten sie auf ihrer persönlichen „Habenseite“ und würden sich diese Bereiche auch von der Politik nicht nehmen lassen. „Was auch immer passiert: Gesundheitlich und sozial abgesichert wollen sie positiv in die nahe Zukunft schauen können und auch mitten in der Krise das Beste aus ihrem Leben machen.“

Damit stehe Deutschland eine qualitative Wohlstandswende bevor, so der Zukunftsforscher. „Wohlstand muss weiter gedacht werden. Denn die materielle Wohlstandsexplosion der letzten Jahrzehnte löst bei den Menschen in Krisenzeiten keine Glücksexplosion mehr aus.“

Eine neue Kultur des physischen und sozialen Wohlergehens löse den Glauben an das grenzenlose „Immermehr“ ab. „Glücklich ist, wer mit sich und seinem Leben zufrieden sein kann.“ © kna/aerzteblatt.de

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