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Medizin

Kinder waren in zweiter Coronawelle häufig unbemerkt infiziert

Donnerstag, 8. April 2021

/picture alliance, Remko de Waal

München – Während der zweiten Coronawelle waren 3 bis 4 Mal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet. Zudem wiesen am Ende der 2. Welle etwa 8 Mal mehr Kinder Anti­körper gegen das Coronavirus auf als am Ende der 1. Welle. Das berichten Wissenschaftler des Helm­holtz Zentrums München in einer Vorabversion einer Publikation in der Zeitschrift Med (2021; DOI: 10.1016/j.medj.2021.03.019).

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Untersuchung die Strukturen der Screening-Studie „Fr1da“. Forsch­ende um Anette-Gabriele Ziegler untersuchen darin Kinder in Bayern auf ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes.

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Die Forschungsgruppe hatte im vergangenen Jahr beschlossen, auch SARS-CoV-2-Antikörpertests mit besonders hoher Genauigkeit in ihre Untersuchungen einzubeziehen. Bereits bei der 1. Coronawelle im Frühjahr 2020 ergaben die Testergebnisse, dass 6 Mal mehr Kinder in Bayern mit dem Coronavirus in­fiziert waren als über PCR-Tests gemeldet.

Neue Auswertungen ergaben nun, dass der Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern während der 2. Welle im Herbst und Winter ebenfalls deutlich erhöht war. Vorschulkinder wiesen im Testzeitraum zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 eine Antikörperhäufigkeit von 5,6 % auf. Bei Schulkindern, die von November 2020 bis Februar 2021 getestet wurden, lag der Wert sogar bei 8,4 %.

Insgesamt war die Antikörperhäufigkeit im Januar und Februar 2021 etwa 8 Mal höher als am Ende der 1. Welle vom April bis Juli 2020. Außerdem zeigten die Ergebnisse, dass in der 2. Welle 3 bis 4 Mal mehr Vorschul- und Schulkinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert waren als über PCR-Tests gemeldet.

Von den 446 Kindern, die in der 2. Welle positiv getestet wurden, füllten 92,6 % Fragebögen zu Sympto­men aus. Der Anteil antikörperpositiver Kinder ohne Symptome lag bei den Vorschulkindern bei 68,0 %. Bei den Schulkindern waren es 51,2 %.

„Dass die Häufigkeit der Infektion bei Kindern höher ist, als durch die PCR-basierte Virusüberwachung gemeldet, ist wahrscheinlich zum Teil auf asympto­matische Fälle im Kindesalter zurückzuführen“, folgerte Markus Hippich, Erstautor der Studie.

„Oft wird angenommen, dass Kinder eine geringere Anfälligkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion haben als Erwachsene. Die Datenlage dazu ist jedoch spärlich. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass sowohl Kinder im Vorschul- als auch im Schulalter für eine SARS-CoV-2-Infektion empfänglich sind“, sagte die Studienleiterin Ziegler. Laut der Arbeitsgruppe sind diese Ergebnisse wichtig, um über Schul- und Kitaöffnungen beziehungsweise -schließungen zu entscheiden. © hil/aerzteblatt.de

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