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Ärzteschaft

Fast 537.000 Ärzte in Deutschland: Gebremstes Plus

Donnerstag, 8. April 2021

/Chinnapong, stock.adobe.com

Berlin – Im vergangenen Jahr ist die Gesamtzahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärzte in Deutschland auf 536.940 gestiegen. Das sind 2,1 Prozent mehr als 2019, wie aus der heute veröffentlich­ten Statistik der Bundesärztekammer hervorgeht. Der Anteil der Ärztinnen ist weiter gestiegen und liegt bei 48,1 Prozent.

Berufstätig waren 409.121 Ärzte. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 127.000 Mediziner befanden sich im Ruhestand. Bei den jungen Ärzten aus dem Inland, die sich erstmals bei einer (Landes-)Ärzte­kam­m­­er anmeldeten, verzeichnet die Statistik einen Rückgang um 1,1 Prozent.

„Wir betrachten diese Entwicklung mit Sorge. Denn wir brauchen dringend eine ausreichende Anzahl von Ärzten, um die Folgen des anhaltenden Trends zur Teilzeitarbeit, des steigenden Durchschnittsalters der Ärzteschaft und des demografischen Wandels zu bewältigen“, erklärte der Präsident der Bundesärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt.

Er sprach von einem gebremsten Wachstum in fast allen Bereichen. Als Lichtblick bezeichnete er die Zahl der Ärzte bei den Gesundheitsämtern. Sie sei 2020 um 14 Prozent auf knapp 3.000 gestiegen. Bei den im Krankenhaus tätigen Ärzten gab es ein Plus von 2,3 Prozent. Die Zahl der ambulant Tätigen stieg um 1,0 Prozent. Bei den Facharztanerkennungen fiel der Zuwachs 2020 geringer aus. Er stieg um 0,6 Prozent (Vorjahr: plus 3,3 Prozent) auf knapp 14.000.

Für etwas Entlastung sorgte die Zuwanderung aus dem Ausland. Die Zahl der in Deutschland gemelde­ten ausländischen Ärzte stieg um 6,8 Prozent (Vorjahr: plus 7,9 Prozent) auf rund 56.000. Treibende Kraft waren dabei Ärzte aus Ländern außerhalb der EU (plus 11,1 Prozent; Vorjahr: 11,9 Prozent). Bei den Medi­zinern aus EU-Ländern gab es ein Plus von lediglich 1,5 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent).

Zugleich verzeichnete die Bundesärztekammer einen deutlichen Rückgang der ins Ausland abwandern­den Ärzte: Mit knapp 1.700 kehrten rund zehn Prozent weniger Ärzte als im Vorjahr der Bundesrepublik den Rücken. Die beliebtesten Zielländer waren wie in den Vorjahren die Schweiz und Österreich.

Besorgt zeigte sich Reinhardt über die Entwicklung des Altersdurchschnitts. Der Anteil der Ärzte unter 35 Jahre stagnierte bei 19,1 Prozent. Der Anteil der berufstätigen Ärzte, die das 60. Lebensjahr bereits voll­en­det haben, steigt kontinuierlich an. Knapp 34.000 Ärzte (8,2 Prozent aller berufstätigen Ärzte; Vorjahr: 8,0 Prozent) erreichten bereits das 66. Lebensjahr. Weitere knapp 52.000 Mediziner (12,6 Prozent; Vor­jahr: 12,2 Prozent) sind zwischen 60 und 65 Jahre alt. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #110206
kairoprax
am Sonntag, 11. April 2021, 08:54

Inlandsärzte - Auslandsärzte ... genauer betrachtet

Laut dem Migrationsbericht der destatis sind 2017 rund 1,55 Millionen Personen nach Deutschland zugezogen, rund 1,13 Millionen sind abgewandert. Das entspricht ziemlich gut den Zahlen der ein- und ausgewanderten Ärzte. Es handelt sich demnach keineswegs um eine "Überfremdung" des Gesundheitssystems, wie es von Rechts oft dramatisierend und pauschalisierend dargestellt wird.
In meinem Bekanntenkreis, Mitbürger*innen, Patient*innen, Ärzt*innen, nehme ich mit einer gewissen Erleichterung wahr, daß es sich bei den neuen Kolleg*innen mehrheitlich um polnische, russische oder syrische Ärzt*innen handelt, auf die ich gerne zurückgreife, wenn insbesondere in den ersten Jahren der Einbürgerung sich Sprachschwierigkeiten zeigen. Es ist eine neue Qualität der kollegialen Zusammenarbeit, daß ich mehrfach in den letzten Monaten einen garnicht mehr ausländischen Arzt / eine garnicht mehr ausländische Ärztin anrufen konnte, die inzwischen - im Gegensatz zu mir - zwei Sprachen sprechen.
Es ist ein Service, eine neue Qualität, und sie ist sehr willkommen.
Dr.Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
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