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Medizin

Studie: Frauen sterben in Deutschland deutlich häufiger an einem Herzinfarkt

Samstag, 10. April 2021

/Adiano, stock.adobe.com

Münster – Frauen erkranken in Deutschland seltener an einem Herzinfarkt als Männer. Sie werden aber auch seltener behandelt und ihr Sterberisiko ist deutlich erhöht. Dies geht aus einer Analyse von Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurde.

In Deutschland haben in den Jahren 2014 bis 2017 insgesamt 280.515 Personen einen STEMI und 559.220 einen NSTEMI erlitten. Der STEMI geht mit einer ST-Streckenhebung im EKG einher und ist die schwerere Form des akuten Koronarsyndroms. Bei einem NSTEMI kommt es in der Regel zu untypischen und leichteren Symptomen.

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Die gute Nachricht ist: An einem STEMI erkranken in Deutschland immer weniger Menschen. In den 4 Jahren von 2014 bis 2017 ging die Zahl von 72.894 auf 68.213 zurück.

Zu 70 % erkranken in Deutschland Männer an einem STEMI. Die männlichen Patienten sind im Schnitt jünger als die Frauen, und sie weisen seltener Risikofaktoren wie Niereninsuffizienz, Diabetes, Herz­insuffizienz oder Vorhofflimmern auf. Allerdings gab es unter den männlichen Patienten mehr Raucher höhere Cholesterinwerte.

Die Behandlung eines STEMI besteht heute in der Regel in einer perkutanen koronaren Intervention, also in einer Herzkatheterbehandlung, bei der das verschlossene Koronargefäß wieder eröffnet und mit einem Stent versehen wird. Diese Behandlung wurde in den 4 Jahren bei 81,3 % der männlichen und bei 74,3 % der weiblichen STEMI-Patienten durchgeführt.

Eine koronare Bypass-Operation erhielten 4,2 % der männlichen und nur 2,7 % der weiblichen STEMI-Patienten. Die Gründe für die Geschlechtsunterschiede konnte das Team um Dr. Eva Freisinger von der Universität Münster nicht klären. Es ist nicht sicher, dass die geringe Behandlungsrate für die schlechtere Prognose bei Frauen verantwortlich ist. Andere mögliche Erklärungen wären das höhere Alter und die ungünstigeren Ausgangsrisiken von Frauen, die zu ausgedehnteren Infarkten führen könnten.

Tatsache ist allerdings, dass Frauen deutlich häufiger an einem STEMI sterben als Männer. Die Kliniksterblichkeit betrug 2014 bis 2017 bei den weiblichen Patienten 15 % gegenüber nur 9,6 % bei den männlichen Patienten. Ein ähnliches Bild zeigte sich beim NSTEMI, der bei 6,3 % der Männer und 8,4 % der Frauen tödlich verlief. © rme/aerzteblatt.de

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