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Medizin

Studie: Herzinsuffizienz und Schlaganfälle nehmen bei jungen Männern zu

Freitag, 16. April 2021

/yodiyim, stock.adobe.com

Göteborg – Die Zahl der Männer, die vor dem 40. Lebensjahr an einem Herzinfarkt gestorben sind, ist in Schweden in den letzen Jahrzehnten gesunken. Dafür steigt die Zahl der Herzinsuffizienzen sowie der ischämischen Schlaganfälle und Hirnblutungen an.

Public Health Forscher vermuten im Journal of Internal Medicine (2021; DOI: 10.1111/joim.13285) einen Zusammenhang mit der Zunahme von Übergewicht/Adipositas sowie einer nachlassenden körperlichen Fitness.

Bis zum Ende der Wehrpflicht (2010) wurden alle jungen Männer in Schweden bei der Musterung an 2 Tagen auf ihren Gesundheitszustand geprüft. Dazu gehörte ein Fitnesstest auf dem Ergometer. Wie David Åberg von der Sahlgrenska Uniklinik und Mitarbeiter berichten, hat sich die körperliche Fitness zwischen 1971 und 1995 nur wenig verschlechtert.

Auf einer Skala von 0 bis 9 kam es in den 25 Jahren zu einem leichten Rückgang von 6,31 auf 6,07. Der Anteil der Rekruten, die mit einem Score von 7 bis 9 als topfit eingestuft wurden, ging allerdings von 45,1 % auf 26,3 % zurück. Auffällig war zudem, dass die Rekruten mit den Jahrgängen immer dicker wurden. Auch hier war die Zunahme des durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI) von 21,2 auf 22,2 nicht weiter bemerkenswert.

Die meisten Rekruten hatten weiterhin ein Normalgewicht. Doch der Anteil der Männer, die mit einem BMI von 25 bis 30 bereits im Alter von 18 Jahren übergewichtig waren stieg von 6,6 % auf 11,2 % an. Bei der Adipositas (BMI über 30) kam es sogar zu einer Zunahme um den Faktor 2,5 von 1,04 % auf 2,61 %.

Åberg interessierte sich für die Auswirkungen von Bewegungsarmut und Adipositas auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass beide Faktoren das Risiko auf eine Kardio­myopathie und auf Schlaganfälle erhöhen. Dieser Zusammenhang war jetzt auf Bevölkerungsebene nachweisbar.

In den Jahrgängen, die 1991-95 gemustert wurden, ist es bis zum 40. Lebensjahr zu 43 % häufiger zu ischämischen Schlaganfällen gekommen (Hazard Ratio 1,43; 1,17 bis 1,75) als bei den Musterungs­jahrgängen 1971-75. Die Häufigkeit von intrazerebralen Blutungen nahm um 30 % (Hazard Ratio 1,30; 1,01 bis 1,68) und die Zahl der Herzinsuffizienzen (als Folge einer Kardiomyopathie) sogar um 84 % (Hazard Ratio 1,84; 1,47 bis 2,30) zu.

Die Studie kann nicht beweisen, dass diese Zunahme tatsächlich auf Bewegungsarmut und Adipositas zurückzuführen sind. Frühere Untersuchungen seiner Arbeitsgruppe und anderer Forscher würden einen Zusammenhang jedoch nahelegen, schreibt Åberg.

Insgesamt hat sich der Gesundheitszustand junger Männer in Schweden jedoch nicht verschlechtert. Gleichzeitig mit der Zunahme von Herzinsuffizienz und Schlaganfällen/Hirnblutungen ist es zu einem Rückgang der Herzinfarkte um 37 % gekommen (Hazard Ratio 0,63; 0,53 bis 0,75). Unter dem Strich sank die Herz-Kreislauf-Mortalität sogar um 50 % (Hazard Ratio 0,50; 0,42 bis 0,59), und die Gesamtmortalität ging 43 % zurück (Hazard Ratio 0,57; 0,54 bis 0,60).

Die Gründe hierfür kann die Studie nicht ermitteln. Åberg vermutet, dass der Rückgang der Raucher und eine bessere Behandlung von hohen Blutdruck- und Cholesterinwerten eine Rolle gespielt haben könnten. Diese Faktoren senken im Prinzip auch das Risiko auf Schlaganfälle. Die negativen Folgen von Übergewicht und Bewegungsmangel wären deshalb größer gewesen, wenn sie nicht durch die Vermin­derung der anderen Risikofaktoren abgeschwächt worden wären, meint Åberg. © rme/aerzteblatt.de

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