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Medizin

Kardiogener Schock bleibt weiterhin eine klinische Herausforderung

Samstag, 10. April 2021

/7activestudio, stockadobecom

Hamburg - Das Management eines kardiogenen Schocks ist trotz innovativer Forschungsansätze weiterhin eine klinische Herausforderung für das Gesundheitssystem. Denn trotz neuartiger mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme blieb die Mortalität in den letzten Jahren unverändert hoch. Wohingegen die Häufigkeit eines kardiogenen Schocks, Ursachen und die Technik mechanischer Kreislaufunterstützung variierte (Schrage et al. ESC Heart Fail. 2021;8(2):1295-1303. doi: 10.1002/ehf2.13202).

Im Beobachtungszeitraum von 2005 bis 2017 wurden 441.696 Patienten (38,8 % weiblich) mit kardiogenem Schock in deutschen Krankenhäusern behandelt. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 70,97 (± 13,75) Jahre, altersentsprechend hoch war die kardiovaskuläre Komorbidität überwiegend mit Bluthochdruck, Diabetes, Multiorganversagen und Herzinfarkt.

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Jahresinzidenz steigt
Die Inzidenzraten eines kardiogenen Schocks stiegen von 33,1 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2005 (27.246 Fälle) auf 51,7 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2017 (42.779 Fälle). Ein akuter Myokardinfarkt war von 2005 bis 2007 die häufigste Ursache eines kardiogenen Schocks (52,9 % der Fälle) mit rückläufigem Trend in den Jahren 2014 bis 2017 (44,2%). Der Anteil der Patienten mit kardiogenem Schock aufgrund einer Lungenembolie oder Schock nach kardiothorakalen Operationen sowie akuter Myokarditis blieben im gesamten Beobachtungszeitraum relativ stabil und variierten jeweils zwischen 3,7-4,3 Prozent, 2,8-3,6 Prozent und 0,3-0,4 Prozent.

Der Anteil der Fälle von kardiogenem Schock aufgrund anderer Krankheiten (Krankheiten ohne spezifischen ICD-10-GM-Code, z.B. kardiogener Schock durch dekompensierte Herzinsuffizienz) nahm allmählich zu (40% in den Jahren 2005 bis 2007; 42% in den Jahren 2008 bis 2010; 44% in den Jahren 2011 bis 2013 und 53% in den Jahren 2014 bis2017).

Mortalität unverändert hoch

Bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt wurde eine leichte Abnahme der Sterblichkeitsrate verzeichnet, wohingegen die Mortalität bei Patienten ohne akuten Myokardinfarkt gleichbleibend hoch war und bei etwa 60 Prozent lag.

In Bezug auf die mechanischen Kreislaufunterstützungssysteme konnten im Beobachtungszeitraum verschiedene Trends verzeichnet werden: Die intraaortale Ballonpumpe (IABP; 2005: 5104 Fälle und 2017: 973 Fälle) kommt mittlerweile viel weniger zum Einsatz, wohingegen andere intensivmedizinische Techniken, wie die extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO; 2007: 35 und 2017: 2414 Fälle) und perkutane linksventrikuläre Unterstützungssysteme (pLVADs) wesentlich häufiger angewendet werden (2005: 27 Fälle und 2017: 1323 Fälle).

Weiterhin großen Bedarf an wirksamen Behandlungsoptionen

Obwohl ein kardiogener Schock eine Komplikation bei verschiedenen Krankheiten sein kann, wie beispielsweise Herzinsuffizienz im Endstadium oder Lungenembolie, wird er hauptsächlich als Komplikation eines akuten Myokardinfarkts angesehen. Über die Inzidenz und das Outcome eines kardiogenen Schocks bei Patienten mit anderen Erkrankungen als akutem Myokardinfarkt ist derzeit noch wenig bekannt. Daher unterstreichen diese Ergebnisse den großen Bedarf an wirksamen Behandlungsoptionen und weiterer Evidenz, insbesondere bei kardiogenem Schock, der durch andere Ursachen als akuten Myokardinfarkt verursacht wird. © cw/aerzteblatt.de

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