NewsMedizinRisiko­stratifizierung Lungenembolie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Risiko­stratifizierung Lungenembolie

Samstag, 10. April 2021

/M.Dörr & M.Frommherz, stockadobecom

Hamilton - Das Risiko für eine Lungenembolie (LE) kann bei Patienten mit niedriger Vortestwahr­scheinlichkeit (C-PTP: clinical pretest probability) und einem D-Dimer-Spiegel von weniger als 1000 ng pro Milliliter als als gering eingestuft werden. Ausgeschlossen kann eine LE bei Patienten einem moderaten C-PTP mit einem D-Dimer-Spiegel von weniger als 500 ng pro Milliliter. Die Ergebnisse, publiziert in New England Journal of Medicine (DOI: 10.1056/NEJMoa1909159), bestätigen somit die Empfehlungen der aktuellen Lungenembolie-Leitlinie der ESC zur Diagnostik einer LE.

Kombination aus C-PTP und D-Dimer-Spiegel erfassen

Für die retrospektive Studie wurden die Daten von 2017 Patienten ausgewertet, von denen 7,4 Prozent bei ersten diagnostischen Tests eine LE hatten. Fast alle Patienten (bis auf einer) wurden ambulant behandelt, so dass die Ergebnisse möglicherweise nicht direkt auf stationär behandelte Patienten übertragbar sind, geben die Forscher zu bedenken. Das durchschnittliche Alter der Patienten lag bei 52 Jahren (66,2% weiblich). Insgesamt 86,9 Prozent der Patienten wurden als niedrig C-PTP, 10,8 Prozent als moderate C-PTP und 2,3 Prozent als hohe C-PTP eingestuft. Von den 1325 Patienten jeweils mit einem niedrigen C-PTP (1285 Patienten) oder einem moderaten C-PTP (40 Patienten) und einem negativen D-Dimer-Test (<1000 bzw. <500 ng/ml) erlitt keiner eine venöse Thromboembolie während der Nachuntersuchung im gesamten Follow-up-Zeitraum von drei Monaten.

Anzeige

CTPAs so viele wie nötig, so wenig wie möglich

Das Hauptziel diagnostischer Tests auf LE besteht darin, herauszufinden, welche Patienten von Antikoagulanzien profitieren könnten und welche nicht. Standardmethoden zur diagnostischen Bildgebung bei LE sind CTPAs (Computertomographie-Lungenangiogramme).

Da CTPAs mit Strahlenexposition, möglichen Kontrastmittel-Reaktionen, relativ hohen Kosten und hohem Zeitaufwand einhergehen können, sollen nur so viele wie nötig durchgeführt werden. Dies kann durch eine Kombination aus klinischer Beurteilung und D-Dimer-Testung gelingen, so das Fazit der Forscher.
D-Dimere entstehen bei der Auflösung eines Blutgerinnsels, wenn vernetztes Fibrin abgebaut wird. Bei Patienten mit Verdacht auf Lungenembolie, korrelieren die D-Dimer-Spiegel im Blut mit der Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie. D-Dimer-Tests werden als negativ eingestuft bei Messergebnissen weniger als 500 ng/ml.

Die vorliegende Studie bestätigt ebenfalls, dass eine Lungenembolie ausgeschlossen werden kann, wenn Patienten einen niedrigen C-PTP für Lungenembolie und einen D-Dimer-Spiegel von weniger als 500 ng pro Milliliter haben. Diese Kombination an Befunden tritt bei etwa 30 Prozent der ambulanten Patienten auf.

Die Beurteilung der C-PTP erfolgt beispielsweise mit Hilfe des Wells-Scores was eine Gliederung in niedrige, mittlere und hohe Wahrscheinlichkeit erlaubt. © cw/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
Anzeige

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER