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Medizin

COVID-19-Impf­ansprechen bei Transplantierten gering

Samstag, 10. April 2021

/dpa

Boston - Die erste Dosis eines mRNA-SARS-CoV-2-Impfstoffs zeigte bei der Mehrheit der Patienten mit Organtransplantation keine nennenswertes Impfansprechen. Antikörperreaktionen wurden eher bei jüngeren Patienten, ohne chronischer Immunsuppression und bei denjenigen verzeichnet, die den mRNA-1273-Impfstoff erhielten.

In dieser Untersuchung (DOI: 10.1001/jama.2021.4385) wurden 436 Transplantationsempfänger aus den USA, die über soziale Netzwerke rekrutiert wurden, die sich zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 5. Februar 2021 einer SARS-CoV-2-Impfung unterzogen hatten, eingeschlossen.

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Immunantwort mit Moderna-Impfstoff wahrscheinlicher

Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 55,9 Jahre, wovon 61 Prozent weiblich waren. 52 Prozent der Transplantierten erhielten den BNT162b2-Impfstoff von Pfizer-BioNTech und 48 Prozent erhielten den mRNA-1273-Impfstoff von Moderna. Die mediane Zeit seit der Transplantation betrug 6,2 Jahre (IQR 2,7-12,7 Jahre). Zu den am häufigsten transplantierten Organen zählten Niere, Leber und Herz. Die Erhaltungs-Immunsuppressionsregimen umfassten Medikationen mit Tacrolimus (83%), Mycophenolate (66%), Kortikosteroide (54%), Azathioprin (9%), Sirolimus (4%) und Everolimus (2%). Etwa 20 Tage nach der ersten Impfdosis waren lediglich bei 17 Prozent der Transplantierten (76 von 436 Teilnehmern) Antikörper nachweisbar.

Bei Transplantatempfängern, die eine Immunsuppressionstherapie mit Antimetaboliten, wie Mycophenolat Mofetil, Mycophenolsäure und Azathioprin erhielten, war die Antikörperantwort signifikant geringer als bei Studienteilnehmern, deren immunsuppressive Therapie mit anderen Medikamenten erfolgte (37% versus 63%; p<0,001). Außerdem war ein höheres Alter mit einer schlechteren Antikörperantwort assoziiert. Im Vergleich zum Impfstoff BNT162b2 war die Wahrscheinlichkeit für eine Immunantwort nach der ersten Impfdosis unter mRNA-1273 größer (31% versus 69%; p=0,003).

Empfänger von Organtransplantaten haben trotz Impfung ein höheres Risiko für COVID-19-Infektionen

Die vorliegenden Ergebnisse mit relativ geringen Immunantworten bei Empfängern von Organtrans­plantaten nach der ersten Dosis von mRNA-Impfstoffen legen nahe, dass solche Patienten trotz Impfung ein höheres Risiko für COVID-19-Infektionen haben könnten. Daher schlussfolgern die Studienautoren, dass eine weitere Immunphänotypisierung von Transplantatempfängern nach der Impfung, einschließlich der Charakterisierung der Gedächtnis-B-Zell- und T-Zell-Reaktionen, sinnvoll erscheint. Dieses Vorgehen kann dabei helfen, geeignete Impfstrategien sowie weiteres Monitoring der immunologischen Reaktionen nach der zweiten Dosis zu etablieren.

Zu den Einschränkungen dieser Untersuchung zählen, dass keine seriellen Messungen nach der Impfung durchgeführt wurden und keine Kontrollgruppe ohne Immunsuppression analysiert wurde. Darüber hinaus geben die Autoren zu bedenken, dass diese Ergebnisse lediglich die Impf-Antwort nach der ersten Dosis einer 2-Dosis-Serie widerspiegeln. © cw/aerzteblatt.de

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