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Medizin

Vorbestehende Herzinsuffizienz bei COVID-19-Patienten von prognostischer Bedeutung

Samstag, 10. April 2021

picture alliance/dpa
New York - Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte war unabhängig von der LVEF mit einem höheren Risiko für mechanische Beatmung und Mortalität bei hospitalisierten COVID-19-Patienten verbunden.

Unter den mit COVID-19 hospitalisierten Patienten haben Patienten mit Herzinsuffizienz (HF) ein hohes potenziellen Risiko für Komplikationen, die unter anderem auf eine hohe Prävalenz der zugrunde liegenden Komorbidität, wie beispielsweise Nierenfunktionsstörungen zurückzuführen ist.
Für diese retrospektive Studie ( J Am Coll Cardiol. 2020;76(20):2334-2348, DOI: 10.1016/j.jacc.2020.09.549) wurden die klinischen Charakteristika und das Outcome bei Patienten mit HF (n=6439), die mit COVID-19 ins Krankenhaus in New York City (Amerika) eingeliefert wurden, analysiert.

Patienten Charakteristika

Die Patientenkohorte (durchschnittl. 63,5 Jahre, 45% weiblich) wurde vom 27. Februar 2020 bis zum 26. Juni 2020 rekrutiert und bis zum 18. Juli 2020 nachuntersucht. Insgesamt hatten etwa 7 Prozent aller hospitalisierten Patienten in New York City eine vorbestehende HF. Hypertonie (34,5%), Fettleibigkeit (27,9%) und Diabetes mellitus (22,8%) waren die häufigsten Begleiterkrankungen. Ein Drittel der Patienten wurde vor der Aufnahme wegen COVID-19 mit Renin-Angiotensin-Aldosteron-Inhibitoren (RAAS-Inhibitoren) behandelt

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Im Vergleich zu Patienten ohne HF hatten Patienten mit HF eine längere Verweildauer im Krankenhaus (8 Tage versus 6 Tage; p<0,001), ein erhöhtes Risiko für mechanische Beatmung (22,8% versus 11,9%; p<0,001) und Mortalität (40,0% versus 24,9%; p=0,002). Der Anteil an HF-Patienten die eine intensivmedizinische Behandlung und invasiv mechanische Beatmung benötigten war ebenfalls höher. Somit ist eine HF-Vorgeschichte mit einem fast zweifach höheren Sterberisiko, einem dreimal höheren Risiko für mechanische Beatmung (invasiv als auch nicht-invasiv) verbunden, so das Fazit der Experten.

Risikofaktoren für die Mortalität

Zu den Risikofaktoren für die Mortalität bei hospitalisierten COVID-19-Patienten mit HF zählten höheres Alter, schwerere HF (Baseline-Funktionsklassen III und IV der New York Heart Association), frühere Mitralklappeninsuffizienz, niedrigerer systolischer Blutdruck, niedrigere Sauerstoffsättigung, niedrigere Lymphozyten-Zahlen und erhöhte Troponin-Konzentrationen. Interessanterweise wurden keine wesentlichen Unterschiede im klinischen Verlauf bei Patienten mit HFpEF, HFmrEF oder HFrEF festgestellt, heben die Studienautoren hervor. Bei Patienten mit HF waren die Ergebnisse nicht nur unabhängig von LVEF sondern auch von der Medikation mit RAAS-Inhibitoren.

RAAS-Inhibitoren nicht unbedingt absetzen

Zusammenfassend zeigten die Ergebnisse, dass eine HF-Vorgeschichte nach der Krankenhauseinweisung mit COVID-19 von erheblicher prognostischer Bedeutung ist. Darüber hinaus ist es laut Studienautoren wichtig, RAAS-Inhibitoren bei HF-Patienten unter COVID-19-Infektion nicht unbedingt abzusetzen, insbesondere wenn diese Medikamente stark indiziert sind.

Prospektive Studien wie diese, tragen dazu bei, die Mechanismen aufzuklären, die für unerwünschte Ergebnisse bei Risikopatienten mit COVID-19 verantwortlich sind, damit Managementstrategien weiter optimieret werden können. © cw/aerzteblatt.de

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