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Medizin

Eisentherapie reduziert Hospitalisierungs­risiko bei Herzinsuffizienz

Samstag, 10. April 2021

3-D-Darstellung einer Eisenmangelanämie/ Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Breslau – Bisherige Studien haben gezeigt, dass die intravenöse Gabe von Eisencarboxymaltose die Symptome und die Lebensqualität von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und Eisenmangel verbessern kann. Vor diesem Hintergrund analysierten die Studienautoren in der in Lancet veröffentlichten Studie (DOI: 10.1016/S0140-6736(20)32339-4), inwiefern die Wirkung von Eisencarboxymaltose im Vergleich zu Placebo das Outcome von Patienten, die nach einer Episode akuter Herzinsuffizienz stabilisiert waren, beeinflusst.

Herzinsuffizienz- und Eisenmangel-Patienten

In dieser multizentrischen, doppelblinden, randomisierten Studie (AFFIRM-AHF), die an 121 Standorten in Europa, Südamerika und Singapur durchgeführt wurden 1.132 hospitalisierte Patienten wegen akuter Herzinsuffizienz mit gleichzeitigem Eisenmangel (definiert als Ferritin <100 μg/l oder 100–299 μg/l mit Transferrinsättigung <20%) eingeschlossen. Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus wurden die Studienteilnehmer mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion von weniger als 50 Prozent nach dem Zufallsprinzip (1:1) bis zu 24 Wochen lang, je nach Ausmaß des Eisenmangels, intravenös mit Eisencarboxymaltose oder Placebo behandelt.

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Der kombinierte primäre Studienendpunkt umfasste Kranken­haus­auf­enthalte aufgrund von Herzin­suffizienz und kardiovaskulärer Tod. Diesbezüglich traten 293 primäre Ereignisse in der Eisen­carboxymaltose-Gruppe und 372 in der Placebogruppe auf (p=0,059). In der Eisen-Carboxymaltose-Gruppe wurden des Weiteren insgesamt 370 kardiovaskuläre Kranken­haus­auf­enthalte und kardiovaskuläre Todesfälle verzeichnet, in der Placebo-Gruppe waren es mit 451 (p=0,050).

Eisentherapie verbessert die Belastbarkeit

Wegen Herzinsuffizienz wurden in der Eisencarboxymaltose-Gruppe insgesamt 217 Krankenhausein­weisungen und 294 Einweisungen in der Placebogruppe verzeichnet (p=0,013). Weitere Studienendpunkte in Kombination aus Kranken­haus­auf­enthalt bei erstem Herzinsuffizienz-Event oder kardiovaskulärem Tod lag bei 32 Prozent in der Eisencarboxymaltose-Gruppe und bei 38 Prozent in der Placebo-Gruppe (p=0,030). Im Vergleich zu Placebo war die Dauer der Kranken­haus­auf­enthalte mit Herzinsuffizienz und kardiovaskulärem Tod bei Patienten unter Eisentherapie kürzer (369 Tage pro 100 Patientenjahre versus 548 Tagen pro 100 Patientenjahre; p=0,035).

Günstiges Nebenwirkungsprofil
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 45 Prozent der Patienten aus der Eisencarboxymaltose-Gruppe und bei 51 Prozent in der Placebo-Gruppe auf. Aufgrund dessen bewerten die Studienautoren, eine indizierte Eisentherapie bei Herzinsuffizienz-Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion von weniger als 50 Prozent als sicher.

In Bezug auf den Studienendpunkt kardiovaskuläre Tod wurde jedoch keinen Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen (14% in der Eisencarboxymaltose-Gruppe versus 14% in der Placebo-Gruppe; p=0,81) festgestellt, geben die Experten zu bedenken.

Quelle:
Ponikowski et al. Lancet 2020;396(10266):1895-1904. doi: 10.1016/S0140-6736(20)32339-4.
© cw/aerzteblatt.de

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