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„Junkfood“-Werbung: Industrie will Verhaltensregeln verschärfen

Montag, 12. April 2021

/dream@do, stock.adobe.com

Berlin – Kinder und Jugendliche sollen in Zukunft besser vor Werbung für ungesunde Lebensmittel ge­schützt werden. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) plant dazu neue Verhal­tensre­geln, die am 1. Juni in Kraft treten sollen.

Konkret werde die Altersgrenze über alle bereits bestehenden Regeln hinweg von zwölf auf 14 Jahre er­weitert, sagte ZAW-Hauptgeschäftsführer Bernd Nauen. So darf Lebensmittelwerbung für Kinder und jun­ge Jugendliche unter 14 Jahren etwa weder direkte Aufforderungen zum Kauf noch zum Konsum ent­halten.

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„Außerdem ist nun verboten, gegenüber dieser Altersgruppe positive Ernährungseigenschaften von Le­bensmitteln in der Werbung hervorzuheben, deren übermäßiger Konsum nicht empfohlen wird – ein Snack bleibt ein Snack“, so Nauen. Es gehe dabei um Formulierungen wie: „unter Zusatz wertvoller Vita­mine und Mineralstoffe“.

Die Regeln beziehen sich nach ZAW-Angaben nach wie vor nicht nur auf klassische Werbung im TV oder Radio, sondern gelten auch in den sozialen Netzwerken. Gerade für Plattformen wie Youtube und Insta­gram forderten Verbraucherschützer zuletzt immer wieder strengere Regeln.

„Wenn ein Influencer auf Instagram im Auftrag eines Unternehmens Lebensmittel an Unter-14-Jährige bewirbt, hat auch er diese Regeln voll und ganz zu beachten“, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Werberats, Katja Heintschel von Heinegg. Anhand von Indikatoren wie der Sprache oder des Einsatzes von Comicelementen lasse sich bestimmen, wann sich Werbung an diese Altersgruppe richte.

Lebensmittelwerbung, die an Kinder gerichtet ist, ist in Deutschland durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zwischen den Bundesländern geregelt. Dieser wird wiederum von den Verhaltensregeln des Werberats ergänzt. Die Verhaltensregeln des Werberats werden von der umfänglich im ZAW vertre­tenen Werbewirtschaft beschlossen und verabschiedet.

Erst vor wenigen Wochen hatten die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und der AOK eine Untersuchung vorgestellt, wonach Kinder in Fernsehen und Internet durchschnittlich 15 Wer­bespots und -anzeigen für ungesunde Lebensmittel sehen. Initiativen, Kassen und Kinderärzte drängen immer wieder auf deutliche gesetzliche Regulierungen. © dpa/may/aerzteblatt.de

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