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Ausland

Indien verbietet Export von Remdesivir

Montag, 12. April 2021

/picture alliance, Gregor Macak Martin

Neu Delhi – Indien hat angesichts stark steigender Coronainfektionszahlen den Export des Medikaments Remdesivir verboten. Das antivirale Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde und nun auch zur Behandlung schwer kranker Coronapatienten genutzt wird, darf nicht mehr in andere Länder exportiert werden, wie das indische Ge­sund­heits­mi­nis­terium gestern mitteilte.

Der starke Anstieg der Infektionszahlen habe zu einer „plötzlichen Steigerung der Nachfrage“ geführt.
Remdesivir, das vom US-Pharmaunternehmens Gilead hergestellt wird, war in der Coronakrise eines der ersten vielversprechenden Medikamente.

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Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) rät inzwischen aller­dings vom Einsatz des Mittels ab. Eine Studie hat demnach gezeigt, dass das Medikament „nur einen ge­ringen oder keinen Einfluss" auf die Überlebenswahrscheinlichkeit der Erkrankten hat.

Gilead hatte im vergangenen Jahr Lizenzvereinbarungen mit Generikaunternehmen in Indien, Pakistan und Ägypten getroffen. Sie dürfen Remdesivir für den Vertrieb in 127 Ländern mit geringem oder mittle­rem Einkommensniveau herstellen.

In Indien, das weltweit der größte Hersteller von Generika ist, haben Firmen eine Lizenz für die Herstell­ung von Remdesivir. Sie haben nach Angaben des Gesundheits­ministerium eine monatliche Produktions­kapazität von bis zu 3,88 Millionen Dosen.

Indien ist mit offiziell bislang mehr als 13,3 Millionen Infektionsfällen der am drittstärksten betroffene Staat weltweit hinter den USA und Brasilien. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfek­tionen wieder stark angestiegen. Allein gestern wurden 152.000 neue Fälle registriert.

Mehrere Bundesstaaten haben angesichts der stark steigenden Fallzahlen bereits ihre Coronabeschrän­kungen verschärft. Im am schlimmsten betroffenen Bundesstaat Maharashtra, wo es bereits eine nächt­liche Ausgangssperre und einen Lockdown am Wochenende gibt, wird ab heute mit einer Verschärfung gerechnet. Die indische Zentralregierung hat aus Angst vor den wirtschaftlichen Folgen einen landes­weiten Lockdown wie im vergangenen Jahr bisher vermieden. © afp/aerzteblatt.de

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