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Medizin

Kardiogener Schock auch in Deutschland im Winter häufiger

Mittwoch, 14. April 2021

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Hamburg – In den Wintermonaten werden in Deutschland deutlich mehr Menschen wegen eines kardiogenen Schocks behandelt als im Sommer. Auch die Überlebenschancen sind schlechter, wie eine Auswertung der dem Statistischen Bundesamt gemeldeten Fallzahlen zeigt, die auf der 87. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurden (DOI: 10.1007/s00392-021-01843-w).

Zu einem kardiogenen Schock kommt es, wenn der Herzmuskel so stark geschädigt ist, dass er nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen kann, um die Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versor­gen, und sie daher nicht mehr richtig arbeiten können. Die häufigste Ursache ist ein akuter Herzinfarkt.

Obwohl es inzwischen deutlich bessere Behandlungsmöglichkeiten gibt als noch vor wenigen Jahren, versterben immer noch etwa 1/3 der Patienten, die einen kardiogenen Schock erlitten, im Krankenhaus. In Europa erleiden pro Jahr 60.000 bis 70.000 Menschen einen kardiogenen Schock.

Für den Herzinfarkt konnte in internationalen Studien bereits eine Häufung in den Wintermonaten nachgewiesen werden. Als „Trigger“ werden eine durch Kälte ausgelöste Stressreaktion oder auch Verän­derungen der Blutgerinnung diskutiert. Für den kardiogenen Schock lagen bisher keine Daten für saiso­nale Trends vor.

Ein Team um Dirk Westermann vom Herz- und Gefäßzentrum des UKE Hamburg hat deshalb die Daten von mehr als 400.000 Patienten ausgewertet, die in den Jahren 2005 bis 2017 in Deutschland wegen eines kardiogenen Schocks im Krankenhaus behandelt wurden.

Dabei bestätigten sich die vom Herzinfarkt bekannten Trends. In den Wintermonaten wurden ungefähr 15.000 mehr Patienten mit kardiogenem Schock in den Kliniken behandelt als im Sommer. Die Patien­ten, die im Winter einen kardiogenen Schock erlitten, waren mit 71,1 Jahren etwas älter als diejenigen, die im Sommer aufgenommen wurden (70,87 Jahre). Ein Unterschied zwischen Frauen und Männern bestand nicht.

Die Auswertung ergab, dass die Überlebenschance der kardiogenen Schockpatienten im Winter geringer war. Die Zahl der Todesfälle war mit 70.727 gegenüber 62.379 deutlich höher. Worauf die Unterschiede zurückzuführen sind, kann die Studie nicht klären.

Ein besseres Verständnis der saisonalen Trends, insbesondere ob diese auf Temperaturänderungen oder Faktoren im Zusammenhang mit der Qualität der Patientenversorgung zurückzuführen sein sollten, müsse in künftigen Studien bewertet werden, meint Dirk Westermann. Er hofft, dass die Erkennt­nisse Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben und zur Verbesserung der klinischen Ergebnisse beitragen. © rme/aerzteblatt.de

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