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Medizin

Wissenschaftler empfehlen nicht-medikamentöse Therapien gegen Depressionen bei Demenzerkrankung

Donnerstag, 3. Juni 2021

/dpa

Toronto – Ärzte sollten mehr nicht-medikamentöse Ansätze zur Behandlung von Depressionen sowie von Einsamkeit bei Demenzkranken in Betracht ziehen. Sie könnten genauso gut oder sogar besser wirken als Medikamente, berichten Wissenschaftler der University of Toronto im British Medical Journal (DOI: 10.1136/bmj.n532).

Laut den Wissenschaftlern haben etwa 16 % der Demenzkranken weltweit auch eine diagnostizierte schwere depressive Störung. 32 % zeigten Symptome einer Depression, ohne dass eine formale Diagnose vorliege.

Die Forschenden werteten bestehende Studien aus, um die Wirksamkeit von medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen mit der üblichen Versorgung oder anderen Maßnahmen zu vergleichen, die auf die Symptome der Depression bei Menschen mit Demenz zielen. Sie bezogen 256 Studien mit insgesamt 28.483 Demenzkranken in ihre Metaanalyse ein.

Medikamentöse Ansätze allein waren danach nicht wirksamer als die übliche Versorgung. Allerdings identifizierten die Forschenden zehn Interventionen, die mit einer größeren Reduktion der depressiven Symptome im Vergleich zur üblichen Versorgung verbunden waren.

Dabei handelte es sich um kognitive Stimulation, Bewegung, Reminiszenztherapie – eine Behandlung, die Menschen mit Demenz helfen soll, sich an Ereignisse, Personen und Orte aus ihrem Leben zu erinnern –, kognitive Stimulation mit einem Cholinesterasehemmer, Massage und Berührungstherapie, multi­disziplinäre Betreuung, Psychotherapie in Kombination mit Reminiszenztherapie und Umgebungs­modifikation, Beschäftigungstherapie, Bewegung in Kombination mit sozialer Interaktion und kognitiver Stimulation sowie Tiertherapie.

3 Interventionen – Massage mit Berührungstherapie, kognitive Stimulation mit einem Cholinesterase­hemmer und kognitive Stimulation in Kombination mit Bewegung und sozialer Interaktion – erwiesen sich laut den Forschenden als wirksamer als einige Medikamente.

Die Autoren räumen allerdings Einschränkungen der Studie ein: Zum Beispiel waren sie nicht in der Lage, den Schweregrad der Depressionssymptome oder die Auswirkungen auf verschiedene Arten von Demenz zu untersuchen. Auch wurden die potenziellen Kosten oder Schäden der medikamentösen und nicht-medikamentösen Interventionen nicht untersucht. © hil/aerzteblatt.de

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