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E-Health und KI sollen Herzpatienten im Alltag unterstützen

Dienstag, 13. April 2021

/lexaarts, stock.adobe.com

Witten/Herdecke – Die Europäische Union (EU) fördert die Entwicklung von neuen digitalen Diensten, die Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) im Alltag unterstützen sollen. Wissenschaftler um Boris Schmitz und Frank Mooren von der Universität Witten/Herdecke erläutern den Ansatz ihrer Platt­form namens „Timely“.

„Während des Aufenthalts in der Rehaklinik nach einem Herzinfarkt gibt es einen strukturierten Thera­pieplan, intensive ärztliche Betreuung, Schulungen zur Lebensstiländerung und Ernährungsumstellung, ein individuell angepasstes Sportprogramm und Hinweise zur Kontrolle von Risikofaktoren und Begleit­erkrankungen“, erklären sie.

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Im Anschluss an die Rehamaßnahme würden viele Patienten aber ernüchtert, weil das Reha-Team meist nicht in die Nachsorge eingebunden sei, die Motivation für mehr Bewegung und Sport schwinde und die Angst vor einem weiteren Infarkt steige.

Die Wissenschaftler des Lehrstuhls für Rehabilitationswissen­schaften entwickeln nun zusammen mit nationalen und internationalen Partnern eine Plattform, um die neue Möglichkeiten der Digitalisierung für die Patienten zu nutzen.

„Die Herausforderung ist es, eine Plattform zu schaffen, mit der sowohl Patienten als auch Therapeuten jederzeit Zugriff auf aktuelle Gesundheitsdaten haben. Da sich die Patienten nicht mehr in der Reha­einrichtung, sondern zu Hause befinden, brauchen wir technische Lösungen“, so Mooren. Dazu setzen die Forscher unter anderem ein „EKG-Pflaster“ ein. Es ist fünf mal fünf Zentimeter groß und kann ganztägig auch beim Sport und für mehrere Wochen verwendet werden.

Die Übertragung der Daten erfolgt automatisch und kabellos über das Mobilfunknetz auf einen gesich­erten Server. Gleichzeitig werden auch andere Geräte wie Blutdruckmesser und Blutzuckergerät, aber auch Fitnessarmbänder, drahtlos verbunden.

Die Plattform soll über adaptive Chatbots mit den Nutzern kommunizieren und sie beraten, also über virtuelle Assistenten. Darüber hinaus nutzt das System eine Künstliche Intelligenz, um kontinuierlich das individuelle Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung und die Möglichkeit schwerwiegender Ereig­nis­se wie einem weiteren Herzinfarkt zu berechnen.

„Die Vision ist, dass das System Veränderungen frühzeitig erkennt und individuell angepasst gegen­steu­ert. Das geht anfangs noch über die Stärkung von gesundem Verhalten wie mehr Bewegung und gesun­der Ernährung“, erläuterte Schmitz. Wichen die Vitalwerte aber stark ab, erhielten die Therapeuten eine Benachrichtigung. © hil/aerzteblatt.de

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