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Politik

Zahl der Organspender blieb trotz Corona nahezu unverändert

Dienstag, 13. April 2021

/dpa

Frankfurt am Main – Trotz der Coronapandemie ist die Zahl der Organspender in Deutschland im vergan­genen Jahr nur wenig gesunken. 2020 spendeten 913 Menschen nach dem Tod 2.941 Organe, wie der heute veröffentlichte Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigt. Das waren 19 Spender und 54 Organe weniger als im Vorjahr.

Dem stehen zahlreiche Menschen gegenüber, die ein oder mehrere Organe benötigen. Ende 2020 regis­trierte die Warteliste 9.183 Patienten, die 9.463 Organe benötigen. Postmortal wurden in Deutschland mit 1.447 vor allem Nieren gespendet, gefolgt von 746 Lebern, 342 Lungen, 320 Herzen und 79 Bauch­speicheldrüsen.

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Auf der Warteliste stehen als benötigte Organe 7.338 Nieren, 891 Lebern, 700 Herzen, 279 Lungen und 255 Bauchspeicheldrüsen. In 46 deutschen Transplantationszentren wurden laut DSO 3.518 Organe über­tragen. In 502 Fällen handelte es sich demnach um Lebendspenden, in 3.016 Fällen um postmortale Spenden.

Laut DSO wirkt sich die Pandemie vor allem indirekt auf Deutschland aus. In einigen europäischen Nach­barländern habe es aufgrund der Pandemie teils drastische Einbußen an Spendern gegeben. Deutsch­land habe daher weniger von höheren Spenderzahlen in den Nachbarländern und dem euro­päi­schen Austausch über die Stiftung Eurotransplant profitiert als sonst. 2020 exportierte Deutschland dem­nach 371 Organe und importierte 442.

Bislang gebe es in Deutschland insgesamt keinen direkten Zusammenhang zwischen den Organspende­zahlen und der Coronapandemie, hieß es von der DSO. In einigen Bundesländern, die besonders hohe Infektions­zah­len aufwiesen, sei es aber zu einer Steigerung der Organspenden gekommen. In anderen Bundes­ländern mit vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen sei die Organspende hingegen zurück­gegangen.

Kliniken und Transplantationszentren hätten frühzeitig Regelungen getroffen, um auch während der Pandemie die Sicherheit für die Empfänger im Organspendeprozess zu gewährleisten. So sei es möglich gewesen, die Transplantationen nach postmortaler Organspende an allen Transplantationszentren fort­zusetzen.

Die Organtransplantation nach Lebendspende dagegen sei an einigen Zentren insbesondere zu Beginn der Pandemie zur Sicherheit auch der Lebendspender eingeschränkt worden.

Eurotransplant ist als Serviceorganisation verantwortlich für die Zuteilung von Organen in Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Ungarn und Slowenien. Es gibt ein gemein­sames Spendermeldesystem und eine zentrale Warteliste. © kna/dpa/aerzteblatt.de

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