NewsMedizinStudie untermauert Furcht vor Ausbreitung resistenter Malariaerreger in Afrika
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie untermauert Furcht vor Ausbreitung resistenter Malariaerreger in Afrika

Donnerstag, 15. April 2021

Erreger der Malaria: Plasmodien /dpa

Paris – Die Furcht vor einer Ausbreitung resistenter Malariaerreger in Afrika ist erstmals durch eine klinische Studie untermauert worden. Die Autoren der Studie, die gestern im Fachblatt The Lancet Infectious Diseases (2021; DOI: 10.1016/S1473-3099(21)00142-0) veröffentlicht wurde, untersuchten dafür im ostafrikanischen Ruanda 224 mit Malaria infizierte Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren.

Mutierte Malariaerreger blieben demnach auch nach 3-tägiger Behandlung mit dem gebräuchlichen Me­dikament Artemisinin im Körper der betroffenen Kinder aktiv. Normalerweise werden durch Kombina­ti­ons­therapien auf Grundlage von Artemisinin (ACT) fast alle Erreger binnen 3 Tagen eliminiert. Wenn dies nicht gelingt, besteht der Verdacht, dass der Patient sich mit Artemisinin-resistenten Erregern infiziert hat.

Bei der Studie in Ruanda, für die betroffene Kinder in 3 Städten jeweils 28 Tage lang beobachtet wurden, wurden bei rund 15 % der Probanden nach 3-tägiger Behandlung noch Malariaerreger nachgewiesen.

Die Wirksamkeit von ACT-Kombinationstherapien sei weiterhin hoch, bei Infektionen mit mutierten Ma­la­riaerregern sei aber eine „verzögerte Parasiteneliminierung“ festgestellt worden, schrei­ben die Studi­en­autoren. Sie rieten daher zu einer verstärkten Überwachung von Malariapatienten in Ruanda und be­nachbarten Ländern.

Resistente Malariaerreger „fangen an, üblicher zu werden“, erklärte die Studien-Hauptautorin Aline Uwi­mana vom Biomedizinischen Zentrum in Kigali. „Das Auftreten einer partiellen Resistenz gegen Artemisi­nin in Afrika“ nannten sie und ihre Kollegen „ein Warnsignal“ (Lancet Infectious Diseases, 2021; DOI: 10.1016/S1473-3099(21)00168-7).

Der Malariaparasit Plasmodium falciparumwerden wird durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen. 2019 starben weltweit mehr als 400.000 Menschen an der Krankheit, mehr als 2/3 davon waren Kinder unter 5 Jahren. 94 % der 229 Millionen Infektionen weltweit sowie die große Mehrheit der Todesfälle durch Malaria werden in Afrika registriert.

Zur Zeit sind Behandlungen auf Grundlage von Artemisinin die wirksamsten Malariatherapien. Resis­ten­zen gegen diese Medikamente zeigen sich bei Malariaerregern mit einer Genmutation mit der Bezeich­nung pjk13.

Eine Resistenz von Malariaerregern gegen Artemisinin war erstmals 2008 im südostasiatischen Kam­bod­scha festgestellt worden. Daten aus der Mekong-Region zeigen, dass wenn artemisininresistente Erreger erst einmal Überhand in einer Region genommen haben, oft bald auch die in den ACT-Kombina­tions­therapien verwendeten Medikamente gegen Malaria nicht mehr helfen.

„Die jüngsten Daten legen nahe, dass wir am Rande einer klinisch bedeutenden Resistenz gegen Arte­misinin in Afrika stehen, wie es in Südostasien bereits vor mehr als 10 Jahren eingetreten ist", kom­men­tierte der nicht an der Studie beteiligte Mediziner Philip Rosenthal von der University of California in San Francisco die Veröffentlichung in The Lancet Infectious Diseases. © afp/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER