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Antibiotika­resistenzen: WHO fordert neue Mittel gegen Bakterien

Donnerstag, 15. April 2021

MRSA-Keime /dpa

Genf – Die Welt braucht im Kampf gegen resistente Bakterien dringend neue Antibiotika, aber die Ent­wicklung kommt nicht voran. Deshalb beleuchtet die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) in ihrem jähr­lichen Bericht über den Forschungsstand zur Überwindung der Antibiotikaresistenz erstmals auch mögli­che alternative Lösungen zum Kampf gegen bakterielle Infektionen, wie sie heute in Genf berichtete.

Einige der gefährlichsten Bakterien der Welt hätten Resistenzen gegen die bekannten Mittel entwickelt. Aber keines der 43 Antibiotika, die in der klinischen Entwicklung seien, verspreche Abhilfe, warnt die WHO. Praktisch alle wirkten kaum besser als die existierenden Mittel. Es sei zu erwarten, dass die Bakte­rien auch gegen sie schnell resistent werden. 82 Prozent der in jüngster Zeit zugelassenen Antibiotika seien nur Varianten der bereits bekannten Mittel.

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Als Alternativen beleuchtet die WHO nun 27 neue Therapieformen. Dazu gehören Versuche mit Antikör­pern und mit Bakteriophagen, also Viren, die Bakterien als Wirtszelle nutzen. Forscher versuchen auch, das Immunsystem für einen besseren Kampf gegen Bakterien zu stimulieren.

Große Investoren und Pharmaunternehmen hätten aber geringes Interesse, weil solche Mittel keine große Rendite versprechen, wie die WHO schreibt. Sie unterstützt die Erforschung alternativer Therapien ebenso wie die Entwicklung neuartiger Antibiotika in verschiedenen Partnerschaften mit Geldgebern, Wissenschaftlern und Pharmahersteller.

Die WHO hat rund ein Dutzend besonders gefährliche Bakterien identifiziert, gegen die dringend wirk­same Medikamente gebraucht werden. Höchste Priorität hätten neue Mittel gegen Krankenhauskeime wie Acinetobacter, Pseudomonas und Enterobacteriaceae.

Das Coronavirus habe die verheerenden weltweiten Folgen einer Pandemie gezeigt, so die WHO. Auch im Kampf gegen gefährlichen Bakterien seien mehr Investitionen nötig. „Antibiotika sind die Achilles­ferse einer globalen Gesundheitsversorgung und eine Bedrohung der globalen Sicherheit“, sagte WHO-Experte Haileyesus Getahun. © dpa/aerzteblatt.de

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