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Medizin

COVID-19: Luftverschmutzung erhöht Erkrankungsrisiko bei Asthma und COPD

Donnerstag, 15. April 2021

/pairhandmade, stock.adobe.com

Cincinnati – Patienten mit Vorerkrankungen der Atemwege wie Asthma bronchiale oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) haben ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Verlauf von COVID-19, wenn sie in Gegenden mit einer hohen Feinstaubbelastung der Luft leben. Dies kam in einer Studie in Respiratory Medicine (2021; DOI: 10.1016/j.rmed.2021.106313) heraus.

Staubpartikel mit einer Größe von weniger als 2,5 µm (PM2,5) gelangen beim Einatmen bis in die Alveolen. Der Feinstaub kann in den tiefen tiefen Atemwegen langfristig die mukoziliäre Clearance und die lokale Immunabwehr schädigen. Dies macht Menschen anfälliger für Atemwegserkrankungen, zu denen auch COVID-19 gehört. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass es in Gegenden mit hohen PM2,5-Werten häufiger zu schweren Verläufen kommt.

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Angelico Mendy von der Universität von Cincinnati in Ohio und Mitarbeiter haben den Zusammenhang jetzt an 1.128 Patienten untersucht, die während der 1. Erkrankungswelle wegen COVID-19 in der Uniklinik behandelt wurden. Die Forscher haben die PM2,5-Exposition der Patienten an ihrem Wohnort recherchiert und mit den Grunderkrankungen in Beziehung gesetzt. Für COVID-19-Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Adipositas konnten die Forscher keinen Zusammenhang mit der Feinstaubbelastung feststellen.

Die COVID-19-Patienten mit Asthma bronchiale oder COPD in der Vorgeschichte waren jedoch signifikant häufiger zuhause erhöhten PM2,5-Belastungen ausgesetzt als die anderen COVID-19-Patienten.

Das Hospitalisierungsrisiko der Patienten mit Asthma oder COPD stieg mit jeder Zunahme der durch­schnittlichen PM2,5-Exposition von 1 µg/m3 um 62 % (Odds Ratio 1,62; 95-Konfidenzintervall 1,00 bis 2,64). Für die Zunahme der Spitzenfeinstaubbelastung in den letzten 10 Jahren um 1 µg/m3 ermittelt Mendy eine Odds Ratio von 1,65 (1,16 bis 2,35).

Die retrospektive Studie kann eine Kausalität zwar nicht beweisen. Sie bestätigt jedoch die Ergebnisse anderer Studien, in denen eine erhöhte Feinstaubbelastung auf Dauer mit einem gesteigerten Erkran­kungsrisiko assoziiert war. © rme/aerzteblatt.de

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