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Ausland

Frankreich überschreitet Marke von 100.000 registrierten Coronatoten

Freitag, 16. April 2021

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Francois Mori

Paris – Frankreich hat die Schwelle von 100.000 registrierten Coronatoten überschritten. Damit ist Frank­reich das erste Nachbarland Deutschlands, das diese Marke übersteigt. Die Behörden meldeten gestern 296 zusätzliche Tote – damit liegt die Zahl der gemeldeten Todesfälle bei 100.073.

Das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern ist von der COVID-19-Pandemie schwer getroffen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, man werde kein Gesicht und keinen Namen der Gestorbenen vergessen.

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Bereits im vergangenen Frühjahr hatte Frankreich zu den Ländern gehört, die in Europa mit am heftig­s­ten von der Pandemie heimgesucht worden waren. Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal warnte vorgestern, dass die dritte Welle der Epidemie noch nicht hinter Frankreich liege – es gebe aber ermu­tigende Signale.

Das Land kämpfte immer wieder mit strengen Ausgangsbeschränkungen gegen die Coronapandemie. Derzeit ist in Frankreich wieder ein Großteil der Geschäfte geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Men­schen ist eingeschränkt und in den Schulen sind die Zeiten für die Osterferien landesweit verein­heitlicht worden. Der Präsenzunterricht soll danach schrittweise wieder anlaufen.

Für Macron war die erneute Verschärfung der Regeln ein Rückschlag. Sie gelten seit Anfang April. Der Präsident pochte lange darauf, dass die Schulen in der Krise unbedingt geöffnet bleiben sollten. Sie wa­ren bisher nur während des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Frühjahr geschlossen. Gleich­zeitig versuchte Frankreich mit regionalen Beschränkungen gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen – es gab in einigen Regionen sogenannte Wochenendlockdowns.

Die neuen Regeln sind aber deutlich weniger streng als in der Vergangenheit. Während der Lockdowns im vergangenen Frühjahr und Herbst durften die Menschen zeitweise nur eine Stunde pro Tag im Radius eines Kilometers zu ihrer Wohnung spazieren gehen. Der Passierschein war bei jedem Gang vor die Tür Pflicht. Die Bestimmung sind nun deutlich lockerer, der Radius wurde auf zehn Kilometer ausgeweitet, die zeitliche Begrenzung fiel weg. Auch der Passierschein ist nur noch in bestimmten Fällen notwendig.

Dafür gibt es in Frankreich bereits seit Monaten strenge nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Derzeit dürfen die Menschen nach 19 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür. Die Restaurants, Theater oder Museen sind bereits seit Ende Oktober geschlossen. Hoffnung auf vorsichtige Öffnungen machte Macron für Mitte Mai. Dann können eventuell die Außenbereiche der Gastronomie und einige Kultur­stätten nach und nach wieder öffnen.

Deutschland hat Frankreich Ende März zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Zuletzt haben die Behörden gut 340 Coronainfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gemeldet. Die Zahlen sind damit mittlerweile rückläufig. In den vergangenen Wochen hatten vor allem die Krankenhäuser, besonders im Großraum Paris, wegen der zugespitzten Coronalage Alarm geschlagen.

Knapp zwölf Millionen Menschen haben mit Stand gestern Abend in Frankreich mindestens eine erste Impfung gegen COVID-19 bekommen. Das entspricht rund 17,8 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Regierungssprecher Attal hatte vorgestern angesichts der Coronatodesopfer ein Gedenken versprochen, ohne Details oder einen Zeitpunkt zu nennen. Mehr als zwei Drittel der Menschen, die an COVID-19 star­ben, starben in Krankenhäusern. Der Rest starb in Einrichtungen wie Pflegeheimen. Bei den europäi­schen Nachbarn hatten zuvor Italien und Großbritannien die Marke von 100.000 Toten überschritten. © dpa/aerzteblatt.de

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