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Coronaimpfstoff: Arztpraxen können mit zusätzlichen Lieferungen rechnen

Freitag, 16. April 2021

Ein Mann erhält in einer Arztpraxis eine Coronaimpfung mit dem Impstoff von Astrazeneca. Erste Arztpraxen in Brandenburg haben mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen./picture alliance, Hannibal Hanschke

Berlin – Die niedergelassenen Ärzte können laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in den nächs­ten Wochen mit mehr Impfstoffen rechnen als bisher. Das Ministerium verwies heute auf zusätzliche Lie­ferungen der Hersteller Biontech/Pfizer ab dem 26. April. Diese sollen bis Juni demnach weiter zuneh­men.

Den noch unverbindlichen Prognosen des Gesundheitsressorts zufolge dürften die Arztpraxen in der letzten Aprilwoche mehr als zwei Millionen Biontech-Impfdosen erhalten. Dies wäre mehr als doppelt so viel als in dieser und in der vergangenen Woche. Für die kommende Woche wurden allerdings lediglich 462.000 Biontech-Impfdosen angekündigt, dazu 554.000 von Astrazeneca.

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Dem Ministerium zufolge steht auch generell im weiteren Verlauf des Quartals mehr Biontech-Impfstoff zur Verfügung als bislang eingeplant. Den Prognosen zufolge dürften dies in der letzten Aprilwoche so­wie im gesamten Mai jeweils mehr als 3,4 Millionen Dosen pro Woche sein, im Juni dann sogar mehr als 5,1 Millionen Dosen pro Woche.

Insgesamt würden damit für das zweite Quartal gut 50 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff erwartet. Dies seien etwa neun Millionen Dosen mehr als zuvor kalkuliert, hieß es. In den vergangenen Tagen hatte es Kritik von Ärztevertretern gegeben, sie würden – auch im Vergleich zu Impfzentren – zu wenig Biontech-Impfstoff erhalten.

In Deutschland sind unterdessen rund 18,5 Prozent der Bevölkerung nach Meldedaten mindestens ein­mal gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Ro­bert-Koch-Instituts (RKI) von heute hervor (Stand: 8 Uhr). Die zweite Spritze und damit vollständigen Impf­schutz haben laut der Statistik bislang 6,4 Prozent der Menschen bekommen.

Je nach Bundesland unterscheidet sich die Impfquote deutlich: In Bremen und im Saarland haben 21,6 Prozent beziehungsweise 20,9 Prozent die erste Dosis bekommen, in Hessen als Schlusslicht sind es
16,7 Prozent. Vier weitere Bundesländer – Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen – dürften bald die 20 Prozent-Marke erreichen.

Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter ande­rem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf be­vorzugt geimpft. Seite Kurzem impfen auch die Hausärzte und Betriebsärzte in Modellprojekten mit.

„Die Impfkampagne nimmt Tempo auf“, zeigte sich Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassen­ärztlichen Bundesvereinigung (KBV), erfreut. Seit die Niedergelassenen mitimpften, gehe es „spürbar schneller voran“, ergänzte KBV-Vize Stephan Hofmeister. Er bemängelte aber, dass „bisher leider nur relativ geringe Mengen an Impfstoffen“ an die Praxen ausgeliefert worden sei.

Hofmeister zeigte sich erfreut, dass das BMG die Zusage gemacht habe, dass die Mengen aller für die Praxen geeigneten Impfstoffe ab Ende April deutlich ausgeweitet werde. Dann könnten sich gemeinsam mit den Hausärzten auch noch die Fachärzte verstärkt am Impf­geschehen beteiligen.

„Aus dem Impfspurt wird dann ein Impfturbo“, führte Gassen aus. „In der nächsten Woche beteiligen sich bereits 55.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an der Impfkampagne. Das sind 10.000 mehr als diese Woche und sogar 20.000 mehr als beim Start“, so Hofmeister. © dpa/afp/may/aerzteblatt.de

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