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Ärzteschaft

Psychotherapeuten für Wirksamkeitsnachweis vor DiGA-Verordnung

Montag, 19. April 2021

/lucadp, stock.adobe.com

Berlin – Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) tritt für Nutzennachweise und hohe Sicherheitsstandards für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) in der Psychotherapie ein.

In einer auf der Delegiertenversammlung vorgestern beschlossenen Resolution kritisierte der Verband, dass DiGAs „praktisch ohne Nachweis ihrer Wirksamkeit durch ein Fast-Track-Verfahren ins System der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen werden und ihren Nutzen für die Versorgung erst mit der Anwendung belegen müssen“.

Sowohl die unzulängliche Nutzen- und Sicherheitsbewertung als auch die Möglichkeit der Hersteller, den Preis der DiGAs für die Krankenkassen verpflichtend festzulegen, stellten „gravierende Verstöße gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot dar“.

Die Delegierten forderten daher, dass DiGAs ihren Nutzen und ihre Wirksamkeit und vor allem aber, dass sie keinen Schaden verursachen, nachgewiesen haben müssten, bevor sie verordnet werden können.

„Nur so kann die Sicherheit von Patientinnen und Patienten gewährleistet werden. Indikation und Kon­traindikation können nur von Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gestellt werden“, heißt es in der Resolution.

Nur bei einer kontinuierlichen Begleitung könnten DiGAs Nutzen entfalten. Therapie ersetzende DiGAs könnten sogar schaden, wenn eine Erkrankung nicht fachlich korrekt behandelt werde.

Neues Qualitätssicherungsinstrument sollte Patientenversorgung nutzen

In einer weiteren Resolution forderten die Delegierten auf Qualitätsförderung statt auf Sanktionierung zu setzen bei der Entwicklung eines einrichtungsübergreifenden Instruments zur Qualitätssicherung in der ambulanten Psychotherapie, mit dem der Gemeinsame Bundesausschuss beauftragt wurde.

Entscheidend solle der Nutzen für die Patientenversorgung und die Verbesserung der Qualität sowie die Beschränkung auf wenige, aber aussagefähige Indikatoren sein. Der Aufwand für die Praxen sollte nach Auffassung der bvvp-Delegierten gering gehalten werden, Daten sollten nur sparsam und zweckge­bun­den und nur in Stichproben erhoben werden.

Vor Einführung des Instruments für alle Praxen sollte eine umfangreiche Machbarkeitsprüfung und Eva­luation stehen. Die Verwendung der Daten für einen Vergleich der Praxen in Form eines Benchmarkings, wie dies in der im Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) geplanten Richtlinie zur „Förderung der Transparenz und Sicherung der Qualität in der Versorgung“ vorgesehen ist, lehnten die Delegierten ab.

Grundsätzlich hält der bvvp die interne Qualität der Psychotherapie für hoch und am besten durch die bewährten Möglichkeiten der Supervision, Intervision und Fortbildung gesichert. © PB/aerzteblatt.de

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