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Politik

Klinisches Krebsregister in Hessen jetzt voll arbeitsfähig

Dienstag, 20. April 2021

/Andrey Popov, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Das klinische Krebsregister in Hessen ist jetzt vollständig einsatzfähig. Das teilten die Hessischen Krankenkassen zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration mit. „Das Hessische Krebsregister ist auf dem besten Weg, zu einem entscheidenden Bestandteil der ge­sundheitspolitischen Infrastruktur des Landes zu werden“, sagte der Sozialminister des Landes, Sozialmi­nister Kai Klose (Grüne).

Das Register erfasst und verarbeitet Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumor­erkrankungen. Sie werden vor allem der Wissenschaft zur Verfügung gestellt, um neue Erkenntnisse in der Krebsforschung zu gewinnen. Das Register soll zudem Ärzte dabei unterstützen, die onkologische Versorgungssituation umfassend zu bewerten und auf dieser Basis Entscheidungen im Kampf gegen den Krebs zu treffen.

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„Es sind besonders die Patienten, die direkt von der Arbeit des nun voll funktionsfähigen Krebsregisters profitieren“, erläuterte Claudia Ackermann, Leiterin des Verbandes der Ersatzkassen, Landesvertretung Hessen, stellvertretend für die Krankenkassen.

Onkologen könnten die unterschiedlichen Heilungsverläufe einsehen und so Rückschlüsse ziehen, wel­che Behandlungsmethode für welches Stadium einer bestimmten individuellen Tumor­erkran­kung am erfolgversprechendsten seien.

Das Krebsregister leiste damit einen wertvollen Beitrag zur Qualitätssicherung und -steigerung der onkologischen Versorgung. Ackermann betonte, die Patientendaten im Register seien gut geschützt.

Ein Krebsregister gibt es in Hessen bereits seit dem Jahr 2001. Als epidemiologisches Krebsregister er­fasste es zunächst die Krebsneuerkrankungen und -sterbefälle in der hessischen Bevölkerung und führt Auswertungen zu Auftreten, Sterblichkeit und Überleben sowie Analysen zu zeitlichen und örtlichen Auf­fälligkeiten durch.

Im Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz wurden die Bundesländer im Jahr 2014 beauftragt, flä­chen­deckende klinische Krebsregister einzurichten, die deutlich mehr Informationen enthalten. In der Folge hatte es Kritik gegeben, der Aufbau der Register komme zu schleppend voran. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #865604
0possum
am Samstag, 1. Mai 2021, 11:37

Abgestempelt?!

Ich stehe derartigen Registern sehr kritisch gegenüber, weil keiner daran denkt, wie sich die Betroffenen dabei fühlen.
Zum einen haben die Patienten keine Einspruchsmöglichkeit (jedenfalls hier in NRW) gegen die Registrierung. Zum anderen werden sie nicht in irgeneiner Form für die Speicherung, Weitergabe und Verwendung ihrer Daten entschädigt und erfahren auch nicht, wer diese wann, wo und wofür nutzt. Somit sind Krebspstuenten bis an ihr Lebensende als krebskrank abgestempelt, selbst wenn sie jahrelang krebsfrei sind. Es wird nirgendwo erwähnt, ob und wann die Daten wieder gelöscht werden! Werde sie etwa auch als Krebstote registriert selbst wenn sie z. B. bei einem Autounfall sterben?
Avatar #760232
penangexpag
am Mittwoch, 21. April 2021, 17:03

Länderhoheit oder der Verlust der Vernunft

Gute Sache - und zugleich ein weiterer Beweis für die Unsinnigkeit eines länderbasierten Gesundheitssystems. Gerade das Krebsregister hätte das Paradebeispiel für eine weitsichtige Planung sein können. Man kann sich nur an den Kopf fassen. Und wo war eigentlich der Bundestag mit seinen Ansprüchen auf konstruktive Mitbestimmung ?
Vermutlich bei der Suche nach Geldquellen.
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