NewsHochschulenHochschulen: Novelle des Infektionsschutz­gesetzes gefährdet Ärzteausbildung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Hochschulen: Novelle des Infektionsschutz­gesetzes gefährdet Ärzteausbildung

Dienstag, 20. April 2021

/Ronny, stock.adobe.com

Berlin – Die Medizinischen Fakultäten kritisieren die gestern im Gesundheitsausschuss beschlossenen Regelungen für den Lehr- und Studienbetrieb an den Hochschulen während der COVID-19-Pandemie. Der abgestimmte Entwurf einer Novelle des Infektionsschutzgesetzes, die jetzt im Bundestag beschlos­sen werden soll, setzt Hochschulen mit Schulen gleich und untersagt Präsenzformate ab einem Inzidenz­­­­s­­­chwellenwert von 165.

„Das würde für die Medizin bedeuten, dass der Unterricht am Krankenbett komplett eingestellt werden müsste. Und das trotz gut funktionierender Test- und Hygienekonzepte in den Krankenhäusern und einer hohen Impfquote der Studierenden im klinischen Abschnitt“, sagte Matthias Frosch, Präsident des Medi­zinischen Fakultätentages (MFT), dem Deutschen Ärzteblatt.

Anzeige

„Wenn wir den Unterricht am Krankenbett nicht mehr durchführen können, würde dies die Ausbildung massiv verzögern“, warnt er. Die Gefahr des Verlusts einer ganzen Kohorte an neuen Medizinern stünde im Raum.

Auch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fordert den Erhalt der bisherigen, ohnehin minimalen Pra­xismöglichkeiten in Lehre und Studium. Labortätigkeiten, praktische Ausbildungsabschnitte, künstleri­sche Übungen und Prüfungen sowie der Zugang zum Bestand der Hochschulbibliotheken müssten und könnten auch bei höheren Inzidenzen nach Ansicht der HRK aufrechterhalten werden.

„Für die Hochschulen sind die aktuellen Nachrichten aus den Ausschüssen des Bundestags sehr beun­ruhigend“, erklärte HRK-Präsident Peter-André Alt.

Der derzeitige Stand des Entwurfs ignoriere Spezifika, Anforderungen und Möglichkeiten der Hochschul­lehre in der Pandemie und gefährde die bisherigen Leistungen der Hochschulen. „Ich erwarte und for­de­re, dass Bund und Länder sachgerechte Regelungen finden“, so Alt.

Die Hochschulen hätten bewiesen, dass eine begrenzte Präsenzlehre unter ausreichendem Schutz aller Beteiligten verantwortungsvoll durchführbar sei. © ER/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER