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Weniger Arztbehandlungen bei Kindern während Lockdown

Mittwoch, 21. April 2021

/milatas, stockadobecom

Berlin – Die Zahl der Behandlungsfälle von Kindern in ambulanten Arztpraxen ist im zweiten Quartal 2020, also zur Zeit des ersten coronabedingten Lockdowns, um bis zu 20 Prozent gesunken. Dabei diag­nostizier­ten die niedergelassenen Ärzte bei Ein- bis Zwölfjährigen vor allem deutlich weniger körperli­che Erkrankungen wie Infektionen.

Das sind zentrale Ergebnisse einer heute veröffentlichten Analyse am Deutschen Institut für Wirtschafts­forschung in Berlin, die auf Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) basiert.

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Demnach stellten Ärzte im zweiten Quartal 2019 bei fast 24 Prozent der ein und zwei Jahre alten Kinder eine Infektion fest. Ein Jahr später lag dieser Anteil bei gut elf Prozent – ein Rückgang von etwa 50 Pro­zent.

In den höheren Altersgruppen sanken die Infektionen etwas weniger stark. Umgekehrt verhielt es sich bei den Verletzungen: Hier waren die sinkenden Diagnosezahlen bei den älteren Kindern stärker ausge­prägt – mutmaßlich, weil sie vor der Pandemie häufiger sportlich aktiv und draußen unterwegs waren.

Die Diagnosen psychischer Krankheiten gingen der Studie zufolge deutlich weniger zurück – etwa bei Grundschulkindern um zwölf Prozent – als die Diagnosen körperlicher Krankheiten. Die vergleichsweise konstanten Zahlen für Krankheiten wie Diabetes oder Zöliakie sprechen dafür, dass Eltern mit chronisch kranken Kindern auf nötige Arztbesuche nicht verzichteten.

Die Autoren vermuten, dass aufgrund der Kontaktbeschränkungen beziehungsweise geschlossenen Kitas und Schulen tatsächlich weniger Kinder krank waren. Es wäre aber auch denkbar, dass Eltern Arztpraxen mieden.

Berücksichtigt wurden Daten aller gesetzlich krankenversicherten Kinder, die im Zeitraum von Januar 2019 bis Juni 2020 mindestens einmal in einer ambulanten Arztpraxis behandelt wurden – insgesamt 9,2 Millionen. © kna/aerzteblatt.de

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