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Ärzteschaft

Personalausbau der Gesundheitsämter kommt nur schleppend voran

Mittwoch, 21. April 2021

Gesundheitsamt Berlin /picture alliance, Britta Pedersen

Berlin – Im vergangenen Jahr haben die Gesundheitsämter in Deutschland trotz der Coronapandemie durchschnittlich weniger als einen Arzt zusätzlich erhalten. Das kritisiert der Bundesverband der Ärztin­nen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).

„Der Stellenausbau im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) geht viel zu langsam. Wir brauchen nicht nur einen Impfturbo, sondern auch einen Turbo beim Ausbau des ÖGD“, sagte die Vorsitzende des Ver­bandes, Ute Teichert.

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Laut der Ärztestatistik der Bundes­ärzte­kammer hat die Zahl der in den Gesundheitsämtern insgesamt beschäftigten Ärzte im vergangenen Jahr von 2.564 (Ende 2019) auf 2.922 (Ende 2020) zugenommen. Das entspricht einem Plus von 358 Ärzten – bei 378 Gesundheitsämtern.

„Sicherlich sind viele von ihnen teilzeitbeschäftigt. Das Plus von 358 ist also nicht mit Vollzeit­äquiva­len­ten zu verwechseln“, erläuterte Teichert. Die Zahl der Fachärzte für Öffentliches Gesundheits­wesen in den Gesundheitsämtern stagnierte im gleichen Zeitraum: Sie betrug Ende 2019 403 und ein Jahr später nur 407. „Und dies in Zeiten der Pandemie – es ist ernüchternd“, so die Vorsitzende des BVÖGD.

Laut Teichert arbeiten im Augenblick wieder fast alle Kräfte in den Gesundheitsämtern an der Bekämp­fung der Coronapandemie. Andere wichtige Aufgaben wie Schuleingangsuntersuchungen und Hilfen für psychisch Kranke oder behinderte Menschen blieben auf der Strecke.

Der BVÖGD lobte den sogenannten Pakt für den ÖGD vom vergangenen Herbst. Der Bund hat darin bis zum Jahr 2026 vier Milliarden Euro für den ÖGD zur Verfügung gestellt. Allerdings sei dies in den Ämtern bislang kaum zu spüren.

„Die Mittel für neue Stellen sind das Eine – das Andere ist, diese Stellen auch zu besetzen – und das ist bei der augenblicklichen Tarifsituation oft aussichtslos“, sagte der tarifpolitische Sprecher des BVÖGD, Matthias Albers.

Denn der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst bilde die ärztliche Arbeit in den Gesundheitsämtern in keiner Weise ab. Die Ämter könnten Stellen daher oft nicht besetzen. Der Verband fordert daher die Ver­einigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) auf, mit dem Marburger Bund einen arzt­spezifi­schen Tarifvertrag für die Ärzte in den Gesundheitsämtern abzuschließen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 22. April 2021, 14:39

"ist bei der augenblicklichen Tarifsituation oft aussichtslos“

Der BVÖGD hat das Problem präzise beschrieben: Unzureichende Honorierung.

Sollte die öffentliche Hand mal wieder darüber stolpern, dass es zu wenige Ärzte in den Gesundheitsämtern gibt und deswegen manchen nicht oder nur stark eingeschränkt funktioniert - die Verantwortung dafür hat kein anderer als die Länder.
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