NewsPolitikBundestag beschließt Reform der Kinder- und Jugendhilfe
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundestag beschließt Reform der Kinder- und Jugendhilfe

Donnerstag, 22. April 2021

/ MQ-Illustrations, stock.adobe.com

Berlin – Kinder und Jugendliche in Deutschland, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen, sollen mehr Unterstützung bekommen. Der Bundestag hat dafür heute eine Reform der Kinder- und Jugendhilfe beschlossen. Das sogenannte Kinder- und Jugendstärkungsgesetz von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht mehr Kontrollmöglichkeiten, aber auch mehr Hilfsangebote vor.

So sollen die Anforderungen an die Erteilung einer Betriebserlaubnis für Kinderheime und andere Ein­richtungen erhöht werden. Sie können dem Gesetz zufolge künftig außerdem jederzeit unangemeldet und ohne Anlass kontrolliert werden. Bundesweit ist darüber hinaus die Einrichtung von Ombudsstellen geplant, an die sich Eltern und Kinder bei Beschwerden über Entscheidungen von Jugendämtern wenden können.

Anzeige

Kinderärzte, die sich bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung an das Jugendamt wenden, sollen vom Amt in Zukunft auch eine Rückmeldung bekommen, wie es mit dem Kind und der Familie weiter­geht. Kinder und Jugendliche sollen außerdem einen eigenen Beratungsanspruch gegenüber dem Jugend­amt bekommen, ohne Kenntnis der Eltern, etwa wenn diese suchtkrank sind.

Laut Gesetzentwurf wachsen 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland „unter schwierigen sozialen Umständen auf und sind darauf angewiesen, dass staatliche Stellen sie und ihre Familien unterstützen“. Die Rede ist zudem von etwa 3 bis 4 Millionen Kindern und Jugendlichen, die in einer Familie mit einem psychisch- oder suchterkrankten Elternteil leben.

Die Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Caren Marks, sprach im Bundestag von einer „großen und wichtigen Reform“. Kritik kam von Oppositionsparteien. Die Linke bemängelte etwa fehlen­de Hilfen für „überlastete Jugendämter“. Das Vorhaben muss nach dem Bundestag noch durch den Bundesrat.

Die umfangreiche Reform sieht neben den genannten Änderungen auch eine Absenkung bürokratischer Hürden bei Hilfen für Familien mit Kindern mit Behinderung vor und mehr Rechte für Kinder in Pflege­familien.

Die Kinder- und Jugendhilfereform kommt nach den Worten der Bundesdrogenbeauftragten, Daniela Ludwig (CSU), „genau zur richtigen Zeit“.

„Kinder aus Familien, in denen Drogen – legale oder illegale – zum Alltag gehören, leiden immens. Sie wachsen ohne feste Strukturen, ohne Halt und Vertrauen auf. Die Lage war für die Betroffenen schon vor der Pandemie schwierig, Corona hat diese natürlich nochmals verschärft“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Ludwig verwies auf geschlossene Schulen und Kitas und fehlende Kontakte nach außen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #831974
BB-DD
am Freitag, 23. April 2021, 12:35

Nachtrag @2haeschen

Soweit ich das mitbekomme, muss in Dresden wohl ab Montag die für alle bekloppteste Lösung umgesetzt werden. Das "Wechselmodell". Das heißt für die Grundschulen, dass Kinder, deren berufstätige Eltern "systemrelevant" sind und in der bestimmten Woche nicht zur Schule gehen dürfen, in der Schule "notbetreut" werden müssen! Das heißt, sie gehen in die Schule, dürfen aber nicht am Unterricht teilnehmen. Da an der Grundschule praktisch kein Personal für diese Betreuung über ist, und sich die Halbklassen ja auch nicht mischen dürfen, ist das der sprichwörtliche Pudding, der an die Wand zu nageln ist. Da weiters ohnehin keine Zimmer für die zusätzlichen Halbklassen zur Verfügung stehen, wird nun überlegt, ob die Kinder mit temporärem Schulverbot ihre Aufgaben im Klassenzimmer hinten lösen können, während der Klassenlehrer mit Teil 2 der Klasse vorn Unterricht macht. Natürlich alles unter Nichtmischung der Halbklassen!? Ergo, werden alle Schulen zumachen und die generelle Notbetreuung eingeführt werden müssen, weil eine solche Beschulung schlichtweg nicht möglich ist. Mir fallen Kraftausdrücke für Menschen ein, die solche "Modelle" und Schulschließungen ersinnen, obwohl von Schülern für sich und andere nachweislich keine Gefahr ausgeht. Für Leute, die solchem Unfug auch noch zustimmen dito. Wer schützt die Kinder vor diesem Staat? Das Jugendschutzgesetz? Lasst endlich die 13 Mio. Kinder in Deutschland in Ruhe und beruft euch nicht auf den Schutz von 700'000 Menschen mit 90+, die oftmals noch dazu vorgeblich zu ihrem Besten im Altersheim interniert sind, weil sie in einem Jahr Pandemie ohne Übersterblichkeit bei einem allgemeinen Sterberisiko von 25% zu insgesamt 2% (sprich nicht ein Zehntel) mit "Coronanachweis" gestorben sind. Ach ja, 60-80 und 80-90-Jährige braucht ihr auch nicht aufzuführen und auch sonst niemanden, bei denen gab es auch keine Übersterblichkeit, Corona wurde auch nur bei jeweils 10% der Toten "gefunden". Kindeswohlgefährdung per Gesetz! Heuchelei.
Avatar #789658
2haeschen
am Donnerstag, 22. April 2021, 20:35

Und zeitgleich schließen Schulen und Kitas ...

Das Einzig Wichtige ist, sich noch dieses Wochenende darum zu kümmern, was mit den Kindern der "Arbeiterklasse" ab Montag wird!

Es gibt sie: Vollzeit berufstätige Eltern mit Kindern! Auch außerhalb des öffentlichen Dienstes! Auch außerhalb "systemrelevanter" Berufe!

Dürfen "systemrelevante Eltern" ihre Kinder auch an Tagen betreuen lassen, an denen sie nicht am Arbeitsplatz anwesend sind?

Genau bei diesen Kindern können wir anfangen mit der Hilfe! Indem sie betreut werden, solange die Eltern arbeiten. Da muss man das Rad nicht neu erfinden.

Je nach Altersgruppe ist es derzeit so geregelt:

Man kann gar nicht mehr arbeiten ...

Man schafft das Kind / die Kinder zu Bekannten / Verwandten ...

Man lässt die Kinder allein zu Hause mit Handy, Fernseher, ohne Mittag und den entsprechenden "Aufgaben", in der Hoffnung, dass es irgendwie gut geht ...

Wieviele der "Ratgeber" kennen diese Situationen eigentlich?
LNS
LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER