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Medizin

Frauen mit Migräne erkranken nach der Menopause häufiger an Hypertonie

Mittwoch, 23. Juni 2021

/picture alliance, Christin Klose

Paris – Bei vielen Migränepatientinnen kommt es nach den Wechseljahren zu einem Rückgang der Kopfschmerzen. Das Risiko von Hochdruckerkrankungen könnte nach den Ergebnissen einer Kohorten­studie aus Frankreich in Neurology (2021; DOI: 10.1212/WNL.0000000000011986) jedoch ansteigen.

Die prospektive Kohortenstudie E3N begleitet in Frankreich seit 1990 eine Gruppe von Erwachsenen im Alter von 50 bis 65 Jahren. Das Ziel ist die Suche nach Risikofaktoren für Krebs und andere nichtinfek­tiöse Erkrankungen. Unter den Teilnehmern waren 56.202 Frauen, die zum Zeitpunkt der Menopause noch keinen hohen Blutdruck und noch keine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten.

In dieser Gruppe ist es seither – genau nach 826.419 Personenjahren – zu 12.501 neuen Fällen von Bluthochdruck gekommen. Ein Team um Gianluca Severi vom französischen Forschungsinstitut INSERM hat untersucht, ob Frauen, die vor der Menopause unter Migräne litten, häufiger an Bluthochdruck erkrankten.

Der Verdacht gründet sich auf die Beteiligung von Blutgefäßen an der Pathogenese der Migräne. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Atherosklerose bei Migränepatienten schneller voranschreitet, was sich in einer Zunahme der Intima-Media-Dicke der Halsschlagader oder einer vermehrten Verkal­kung der Hirngefäße im CT zeigt. Migränepatienten haben zudem ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Die Analyse der E3N bestätigt den Verdacht. Während der 826.419 Personenjahre kam es bei 15 von 1.000 Frauen zur Neudiagnose einer Hypertonie. Bei Frauen ohne Migräne betrug die Rate 14 Fälle pro 1.000 Personenjahre, verglichen mit 19 Fällen pro 1.000 Personenjahre bei Frauen mit Migräne.

Severi ermittelt eine Hazard Ratio von 1,29, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,24 bis 1,35 signifi­kant war. Unterschiede im Body-Mass-Index, der körperlichen Aktivität und die Familienanamnese von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden bei der Berechnung berücksichtigt.

Die Assoziation war bei Frauen, die unter einer Migräne mit Aura litten, etwas stärker ausgeprägt (Hazard Ratio 1,54; 1,04 bis 2,30) als bei Migränepatientinnen ohne Aura (Hazard Ratio 1,32; 0,87 bis 2,02). In dieser Gruppe war der Zusammenhang nicht signifikant.

Severi geht allerdings davon aus, dass beide Gruppen gefährdet sind. Die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks sollte deshalb bei Migränepatientinnen immer zur „Nachsorge“ gehören, auch wenn die Migränebeschwerden nach den Wechseljahren nachgelassen haben. © rme/aerzteblatt.de

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