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Medizin

Großbritannien meldet 168 Blutgerinnselfälle in Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfung

Freitag, 23. April 2021

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Arnulfo Franco

London – In Großbritannien sind nach vorläufigen Erkenntnissen 168 Fälle von seltenen Blutgerinn­seln im Zusammenhang mit der Coronaimpfung des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca aufgetre­ten. 32 der Fälle seien tödlich verlaufen, teilte die britische Arzneimittelbehörde MHRA gestern nach einer Auswertung von Daten bis einschließlich 14. April mit.

Die Behörde blieb bei ihrer bisherigen Empfehlung für das Impfen mit Astrazeneca – die Risiken durch das Vakzin seien geringer als sein Nutzen.

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Laut MHRA waren bis 14. April 21,2 Millionen Menschen in Großbritannien mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft worden. 10 der insgesamt registrierten Todesfälle infolge von Blutgerinnseln ereigneten sich demnach zwischen dem 5. und dem 14. April.

Unter den 168 Blutgerinnselfällen waren laut der Behörde 77 Fälle von Sinusvenenthrombosen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag demnach bei 47 Jahren. Bei den weiteren 91 Fällen handelte es sich demnach um andere „schwerwiegende thromboembolische Ereignisse“ wie etwa Thrombozyto­pe­nien. Das Durchschnittsalter der Betroffenen hier lag demnach bei 55 Jahren.

Insgesamt entwickelten laut MHRA 93 Frauen und 75 Männer nach einer Astrazeneca-Impfung Blut­ge­rinn­sel. Er erwarte, dass die endgültige Zahl an Blutgerinnselfällen pro Million verimpfter Dosen bald klar sein werde, sagte der Mediziner Adam Finn von der Universität Bristol. „Es ist jedoch bereits klar, dass es sich um ein sehr seltenes Ereignis handeln wird“, betonte er weiter.

In Großbritannien waren bislang im Verhältnis sehr viel weniger Fälle der seltenen Blutgerinnsel gemel­det worden als in anderen Ländern. Über die Gründe dafür konnte bisher nur spekuliert werden.

Als eine Erklärung galt, dass in dem Land strikt nach Altersgruppen geimpft wurde. Die Thrombosefälle scheinen jedoch häufiger bei jungen Menschen aufzutreten.

Im Vereinigten Königreich sollen inzwischen unter 30-Jährige bevorzugt einen anderen Impfstoff erhal­ten. Eine verbindliche Altersbeschränkung gibt es aber nicht. In Deutschland wird Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige empfohlen. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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