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Ausland

Länder schicken Coronanothilfe nach Indien

Montag, 26. April 2021

/picture alliance, Ashish Vaishnav

Neu Delhi – In Indien hat es den fünften Tag in Folge einen weltweiten Rekord bei den Coronaneuinfek­tio­nen gegeben. Es wurden 352.991 Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet, wie Zahlen des Ge­sundheitsministeriums von heute zeigten.

Demnach starben 2.812 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Dunkelziffern dürften in dem Land deutlich höher liegen. Die Lage in Indien verschärft sich weiter, weil in vielen Krankenhäusern der medizinische Sauerstoff ausgeht.

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Deutschland hat Indien ab heute zum Virusvariantengebiet erklärt. Dann gilt ein weitgehendes Einreise­verbot für Menschen, die sich zuvor in Indien aufgehalten haben. Angesichts der Zuspitzung der Corona­pan­demie in Indien haben einige Länder darunter Deutschland, Großbritannien und die USA Hilfe in Aussicht gestellt. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte Hilfe an.

Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte der Rheinischen Post, dass innerhalb der Bundesregierung und im Gespräch mit Unternehmen alle Hebel in Bewegung gesetzt würden, um schnellstmöglich, etwa mit Sauerstoff und Medikamenten, helfen zu können. „Wir bereiten so schnell wie möglich eine Unterstüt­zungsmission vor“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern.

Angesichts des „schrecklichen Leids“ in Indien durch Corona stehe Deutschland „Seite an Seite in Solida­rität mit Indien“, ließ Merkel über ihren Sprecher Steffen Seibert erklären. Der Kampf gegen die Pande­mie sei „unser gemeinsamer Kampf“. Die Regierung in Neu Delhi hatte am vergangenen Freitag mitge­teilt, dass eine Lieferung von 23 Anlagen zur Aufbereitung von Sauerstoff aus Deutschland geplant sei.

Auch die Europäische Union werde Indien unterstützen, erklärte Kommissionspräsidentin von der Leyen gesteern im Kurzbotschaftendienst Twitter: „Die EU bündelt ihre Ressourcen, um über das EU-Katastro­phenschutzverfahren schnell auf Indiens Ersuchen um Hilfe zu reagieren.“ Sie betonte: „Wir sind bereit, zu helfen“.

Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem Indiens droht unter dem enormen Anstieg der Coronafälle zu kollabieren. Zahlreiche Krankenhäuser meldeten einen Mangel an medizinischem Sauer­stoff und Medikamenten. Vor den Kliniken in den Großstädten bildeten sich lange Schlangen von Er­krank­ten und deren Angehörigen. Berichten zufolge schnappten Patienten verzweifelt nach Luft, wäh­rend sie auf einen Krankenwagen warteten.

Indiens Premierminister Narendra Modi sagte gestern in seiner monatlichen Radioansprache, Indien sei „von einem Sturm“ getroffen worden. Er rief die Menschen auch dazu auf, sich nicht von Gerüchten über die Coronaimpfstoffe beirren zu lassen und ein Impfangebot wahrzunehmen.

Großbritannien stellt Indien dringend benötigte Beatmungsgeräte und andere medizinische Ausrüstung zur Verfügung. Wie das britische Außenministerium mitteilte, werden dem Land mehr als 600 wichtige medizinische Gerätschaften geschickt. Das Hilfspaket besteht demnach aus 140 Beatmungsgeräten und 495 Sauerstoffkonzentratoren aus überschüssigen Beständen.

Die erste Teillieferung soll bereits morgen in Neu Delhi eintreffen, weitere im Laufe der Woche folgen. „Wir stehen Seite an Seite mit Indien als Freund und Partner während einer äußerst besorgniserregenden Zeit im Kampf gegen COVID-19“, erklärte der britische Premierminister Boris Johnson.

Auch die USA haben sofortige Hilfe angekündigt. Unter anderem sollen Rohstoffe für die Impfstoffpro­duk­tion, Coronatests, Beatmungsgeräte, medizinische Schutzausrüstung und Medikamente entsandt werden, wie das Weiße Haus mitteilte.

Zur Herstellung von Coronaimpfstoff in Indien „dringend benötigte“ Rohstoffe sollten dem Land umge­hend zur Verfügung gestellt werden, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Emily Horne. Eigentlich gilt für diese Stoffe ein US-Exportverbot.

Nicht genannt wurde in der Ankündigung eine mögliche Bereitstellung in den USA nicht benötigter Impf­dosen des Herstellers Astrazeneca. Zuvor hatte der wichtigste Coronaberater der Regierung, Antho­ny Fauci, erklärt, dieser Schritt werde geprüft. Die USA verfügen über rund 30 Millionen Dosen des Astra­zeneca-Präparats, das in dem Land nicht zugelassen ist.

In absoluten Zahlen hat Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern mehr als 17 Millionen Infektionen erfasst. Das Land ist damit hinter den USA am Härtesten von der Pandemie betroffen. Neben B.1.617 dürfte auch eine länger verbreitete Sorglosigkeit Grund der schnellen Verbreitung der Seuche sein. Es gab lange Massenveranstaltungen für anstehende Regionalwahlen und religiöse Feste, bei denen Menschen weder Masken trugen noch Abstand hielten. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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