NewsMedizinBimekizumab erzielt bei Psoriasis bessere Wirkung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Bimekizumab erzielt bei Psoriasis bessere Wirkung

Montag, 5. Juli 2021

/fusssergei, stock.adobe.com

Hamburg und Manchester – Der monoklonale Antikörper Bimekizumab, der die Zytokine Interleukin-17A und 17F blockiert, hat in 2 Vergleichsstudien häufiger zur kompletten Abheilung einer Psoriasis geführt als die bereits zugelassenen Biologika Secukinumab und Adalimumab.

Der Preis war allerdings eine höhere Rate von Soorinfektionen in der Mundhöhle, wie die jetzt im New England Journal of Medicine (2021; DOI: 10.1056/NEJMoa2102383 und NEJMoa2102388) veröffentlich­ten Ergebnisse zeigen. Der Hersteller hat in den USA und Europa eine Zulassung beantragt.

Wenn die Hautläsionen einer mittleren bis schweren Psoriasis unter den verschiedenen topischen Thera­pien nicht abheilen und eine konventionelle systemische Therapie oder Phototherapie nicht zum Ziel führt, steht bereits eine Reihe von Antikörperpräparaten (Biologika) zur Verfügung.

Neben den TNF-Blockern Adalimumab und Certolizumab gibt es Antikörper, die Interleukin 17A (Brodalu­mab, Ixekizumab, Secukinumab) oder Interleukin 23 (Guselkumab, Risankizumab, Tildrakizumab) hemmen.

Der neue Antikörper Bimekizumab hemmt neben Interleukin 17A auch Interleukin 17F, was die Entzün­dungsprozesse stärker unterdrücken soll als die alleinige Inhibition von Interleukin 17A. Der Hersteller hat hierzu 2 randomisierte Vergleichsstudien durchgeführt, die dieser Tage auf der Jahrestagung der American Academy of Dermatology vorgestellt wurden.

In der „BE SURE“-Studie wurde Bimekizumab mit Adalimumab und in der „BE RADIANT“-Studie mit Secukinumab verglichen. Primäre Endpunkte waren eine Verbesserung des „Psoriasis Area and Severity Index“ (PASI), wobei die BE SURE-Studie eine Verbesserung um 90 % (PASI 90) und die „BE RADIANT“-Studie eine komplette Abheilung (PASI 100) anstrebte.

In der „BE SURE“-Studie erreichten in der Bimekizumabgruppe 275 von 319 Patienten (86,2 %) nach 16 Wochen das Behandlungsziel gegenüber 75 von 159 Patienten (47,2 %) in der Adalimumabgruppe.

Richard Warren von der Universität Manchester und Mitarbeiter ermitteln eine adjustierte Risikodifferenz von 39,3 %-Punkten, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 30,9 bis 47,7 %-Punkten signifikant war. Die Kriterien für Nichtunterlegenheit und Überlegenheit waren erfüllt.

Ein weiterer primärer Endpunkt in der „BE SURE“-Studie war eine Bewertung des Hautzustands durch den Prüfarzt mit einem IGA-Wert („Investigator’s Global Assessment“) von 0 oder 1, was eine Abheilung oder fast Abheilung der Läsionen anzeigt. Diese Noten erhielten in der Bimekizumabgruppe 85,3 % und in der Adalimumabgruppe 57,2 % der Patienten. Die adjustierte Risikodifferenz von 28,2 %-Punkten (19,7 bis 36,7 %-Punkte) war ebenfalls mit einer Nichtunterlegenheit und Überlegenheit vereinbar.

In der „BE RADIANT“-Studie erreichten in der Bimekizumabgruppe 230 von 373 Patienten (61,7 %) eine PASI 100 gegenüber 181 von 370 Patienten (48,9 %) in der Secukinumabgruppe. Prof. Kristian Reich vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Mitarbeiter ermitteln eine adjustierte Risikodifferenz von 12,7 %-Punkten (5,8 bis 19,6 %-Punkte). Auch hier waren die Kriterien von Nichtunterlegenheit und Überlegenheit erfüllt.

Unter der Weiterbehandlung mit Bimekizumab hatten 67,0 % der Patienten auch nach 48 Wochen noch einen PASI 100 im Vergleich zu 46,2 % in der Secukinumabgruppe (adjustierte Risikodifferenz 20,9 %-Punkte; 95-%-Konfidenzintervall 14,1 bis 27,7 %-Punkte).

Ein Nachteil der verstärkten Immunsuppression ist eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber einem oralen Soor. Das Problem ist bekannt. Es lässt sich auf die Bedeutung von Interleukin 17 in der Abwehr von Hefepilzinfektionen auf den Schleimhäuten zurückführen.

In der „BE SURE“-Studie kam es in den verschiedenen Dosierungsschemata bei bis zu 11,8 % zur oralen Candidose. In der „BE RADIANT"-Studie trat der Pilzbefall in den ersten 48 Wochen bei 19,3 % der Patienten auf (gegenüber 3,0 % in der Secukinumabgruppe). Die Pilzinfektionen heilten jedoch in der Regel unter einer antimykotischen Therapie ab. Studienabbrüche waren selten.

Die beiden Gruppen stufen die Behandlung als sicher ein. Ob dies bei einer längeren Behandlung so bleibt, lässt sich nach einer Behandlung von 48 Wochen noch nicht beurteilen. Weitere Bedenken betreffen derzeit die Frage, ob die Behandlung die Entwicklung entzündlicher Darmerkrankungen fördert, die bereits bei der Behandlung mit Interleukin 17A-Inhibition beschrieben wurden und es erscheint plausibel, dass die doppelte Inhibition von Interleukin 17A und 17F ebenfalls betroffen sein könnte. In den beiden Studien ist nur ein einziger Fall einer Colitis ulcerosa aufgetreten. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG WortLNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER