NewsMedizinParkinsonfrühsymp­tome oft lange vor Diagnose nachweisbar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Parkinsonfrühsymp­tome oft lange vor Diagnose nachweisbar

Dienstag, 27. April 2021

/Alessandro Grandini, stock.adobe.com

Kiel – Typische Symptome der Parkinson-Krankheit sind bekanntlich Bewegungsstörungen wie Verlang­samung von Bewegungen, Steifigkeit der Muskeln, Zittern oder spezifische Veränderungen des Gang­bildes. Häufig kündigt sich die Krankheit aber bereits früher an.

Das erläutern Wissenschaftler um Daniela Berg, Direktorin der Klinik für Neurologie am Universitätskli­ni­kum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, in der Fachzeitschrift Nature Reviews Neurology (2021; DOI: 10.1038/s41582-021-00486-9).

Vorboten der Erkrankung können zum Beispiel Verstopfung, REM-Schlaf-Störungen, Depressionen und Störungen der Geruchswahrnehmung sein. „Das sind bereits Zeichen der typischen Nervenzellschädi­gung bei Parkinson. Diese ist jedoch noch nicht in einem Ausmaß, das die typischen Bewegungsstö­run­gen entstehen lässt, in dem zuständigen Bereich im Gehirn angekommen“, so Berg.

Frühsymptome wie Verstopfung, Depression oder Riechstörung könnten allerdings viele Ursachen haben. Sie seien daher nicht spezifisch für die Parkinsonkrankheit. Anders die sogenannte REM-Schlaf-Verhal­tens­störung.

„Wenn Menschen über 50 Jahren diese Form der Schlafstörung haben und keine anderen Ursachen dafür vorliegen, wie zum Beispiel Drogenkonsum, bekommen sie mit einer Wahr­schein­lichkeit von über 80 % in den nächsten Jahren Parkinson oder eine parkinsonähnliche Erkrankung“, so die Expertin.

Normalerweise ist ein Mensch im REM-Schlaf aufgrund des hierfür typischen Muskeltonusverlustes be­wegungslos. Bei der REM-Schlaf-Verhaltensstörung hingegen ist ein Muskeltonus vorhanden und die geträumten Bewegungen können ausgeführt werden. „Häufig haben Menschen mit einer solchen Stö­rung sehr lebhafte oder angsteinflößende Träume. Sie werden aktiv und können schon mal ihren Bett­partner schlagen oder selber aus dem Bett fallen und sich schwer verletzen“, so die Neurologin.

Ihre Arbeitsgruppe hat ein Modell entwickelt, um anhand von Frühsymptomen, genetischen Faktoren und bestimmten Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, dass sich eine Person in der Früh­phase der Erkrankung befindet. „Anhand der vorliegenden Symptome können auch Hinweise auf den Verlauf und weitere Symptome abgeleitet werden“, so Berg.

Im Augenblick ist allerdings noch keine spezielle Therapie verfügbar, die den Krankheitsverlauf aufhält. Aber eine Veränderung des Lebensstils, insbesondere vermehrte körperliche Aktivität und eine eher mediterran ausgerichtete Ernährung, senken laut Berg das Risiko, später Parkinson zu bekommen. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #883641
Dirk K
am Donnerstag, 6. Mai 2021, 15:04

Wir malen Gruselbilder auf der Grundlage von unspezifische Symptomen

Hier wird mal wieder Wasser auf die Mühlen aller an Hypochondrie erkrankten Menschen gegeben. Das hat weder Hand noch Fuß. Völlig überflüssiges Geschreibsel! Wem hilft das in irgendeiner Form, das richtet nur Schaden an.
LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER