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Hunderte Menschen nach Impfungen mit Kochsalzlösung kontaktiert

Dienstag, 27. April 2021

/picture alliance, Mohssen Assanimoghaddam

Schortens – Nachdem eine Mitarbeiterin des Impfzentrums in Friesland eingeräumt hat, Spritzen statt mit Biontech-Impfstoff nur mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben, läuft die Aufarbeitung des Falles. Der Landkreis Friesland hat bis auf 13 Menschen alle der 416 möglichen Betroffenen kontaktiert, wie eine Kreissprecherin gestern Abend in Jever mitteilte.

Diejenigen, die zu einer bestimmten Zeit im Impfzentrum waren, sollen am 5. Mai einen Antikörpertest bekommen. Das sind nach Angaben des Kreises 200, bei denen so geprüft wird, wer keinen Impfstoff erhielt und bei wem die Impfung deshalb am 12. Mai nachgeholt werden muss.

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Vorgestern war bekannt geworden, dass die Impfzentrumsmitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Schortens eingeräumt hatte, sechs Spritzen statt mit Impfstoff nur mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Nach Behördenangaben war ihr beim Anmischen des Vakzins ein Fläschchen mit Biontech heruntergefallen, was sie vertuschen wollte.

Mitarbeiter des Landkreises seien seit vorgestern dabei, die möglichen Betroffenen telefonisch über den Vorfall zu informieren, sagte die Sprecherin. Nach aktuellem polizeilichem Ermitt­lungs­stand sei weiter­hin davon auszugehen, dass es sich um das einmalige Handeln einer einzelnen Person handle, so dass keine weiteren Impfungen davon betroffen seien.

Für die sechs Menschen, die die Spritzen bekamen, besteht nach Behördenangaben keine Gesundheits­gefährdung. Die Kochsalzlösung dient zum Verdünnen des eigentlichen Impfstoffes und ist als Substanz unschädlich.

Seit Bekanntwerden des Falles hätten sich bis gestern Mittag etwa 100 Betroffene über eine eingerich­tete Rufnummer des Landkreises beim Krisenstab gemeldet, sagte die Kreissprecherin. Die Menschen seien in Sorge, aber auch dankbar, dass ihre Impfungen nun zeitnah überprüft würden.

Unterdessen gehen auch die Ermittlungen der Polizei weiter. Es gehe weiterhin um ein mögliches Kör­perv­erletzungsdelikt, sagte eine Polizeisprecherin in Wilhelmshaven. Erste Vernehmungen seien am Wochenende geführt worden.

Deren Auswertung dauere an – welche weiteren Ermittlungsschritte, etwa weitere Vernehmungen, nun eingeleitet werden, solle in Absprache mit der Staatsanwaltschaft abge­stimmt werden. Die Staatsan­waltschaft Oldenburg prüfe auch die strafrechtliche Relevanz des Falles. © dpa/aerzteblatt.de

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