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Ausland

Brasiliens Gesundheitsbehörde untersagt Import von Sputnik V

Dienstag, 27. April 2021

/picture alliance, Mauricio Camargo

Brasília – Brasiliens nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) hat sich gegen die Einfuhr des russischen Coronaimpfstoffes Sputnik V ausgesprochen. Es mangele an „konsistenten und zuver­lässi­gen Daten“, hieß es gestwern am späten Abend zur Begründung in einer Mitteilung.

Die Entscheidung sei nach rund fünfstündigen Beratungen einstimmig gefallen. Anvisa-Direktor Alex Machado Campos betonte allerdings, der Beschluss sei nur eine Momentaufnahme.

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Unzulänglichkeiten wurden laut der Mitteilung auf Grundlage der bislang auswertbaren Daten sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Herstellung des Vektorimpfstoffes festgestellt. Dies schließe alle drei Phasen der klinischen Tests des Präparats ein.

„Außerdem gibt es keine oder nur unzureichende Daten zur Qualitätskontrolle, Sicherheit und Wirksam­keit“, schreibt die Behörde. Bislang hatten 14 Bundesstaaten im größten Land Lateinamerikas angesichts der dramatischen Coronalage um eine Einfuhr von Sputnik V gebeten.

Brasilien mit seinen rund 210 Millionen Einwohnern ist einer der Brennpunkte der Coronapandemie. Bislang haben sich dort nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums mehr als 14 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 390.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Zuge einer sogenannten Rolling Review begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen und noch kein Zulassungsantrag gestellt wurde.

Sputnik ist nach Anga­ben aus Moskau bereits in 60 Ländern registriert. Auch Deutschland führt Gesprä­che über mögliche Lieferungen des Impfstoffs. Zuletzt hatte Indien Sputnik V eine Notzulassung erteilt, nachdem es in absoluten Zahlen Brasilien überholt und somit nach den USA zu dem am meisten von Corona betroffenen Land weltweit geworden war. © dpa/aerzteblatt.de

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