NewsMedizinGenregulierung senkt Menge an Tauprotein im Gehirn und könnte vor Alzheimer schützen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Genregulierung senkt Menge an Tauprotein im Gehirn und könnte vor Alzheimer schützen

Montag, 28. Juni 2021

/Juan Gärtner, stock.adobe.com

Berlin – Eine gentherapeutische Behandlung mit sogenannten Zink-Finger-Protein-Transkriptions­faktoren (ZFP-TFs) drosselt im Tiermodell die Tauproduktion im Gehirn, wodurch Nervenschädigungen verhindert werden.

Das berichten Forschende des Massachusetts Institute of Neurodegenerative Disease und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Fachjournal Science Advances (2021, DOI: 10.1126/sciadv.abe1611). Sie hoffen, die präklinischen Ergebnisse können die Grundlage für neue Therapien legen.

Das Tauprotein spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Krankheiten wie Alzheimer und frontotemporaler Demenz. Im gesunden Gehirn dient es zur Stabilisierung des Gerüsts der Nervenzellen. Häuft es sich aber ungebunden innerhalb der Zellen an, kommt es zur Zerstörung von Synapsen und zum Tod der betroffenen Nervenzellen.

Die Studie zeigt, dass eine gentherapeutische Behandlung mit einem sogenannten ZFP-TFs eine anhal­tende Reduktion des Tauproteins im Gehirn von Mäusen bewirkt. Eine einmalige Verabreichung von Tau-gerichteten ZFP-TFs verringerte über einen Zeitraum von 11 Monaten den Tauspiegel um 50 bis 80 %.

„Tauproteine können unter bestimmten Bedingungen, wie sie zum Beispiel bei einer Alzheimererkran­kung auftreten, wie ein Zellgift wirken. Deshalb arbeitet man an verschiedenen Ansätzen, um ihre Menge im Gehirn zu verringern“, erläuterte Susanne Wegmann, Arbeitsgruppenleiterin am Berliner Standort des DZNE.

Das neu entwickelte Verfahren basiert auf der Nutzung sogenannter Zink-Finger-Proteine, die innerhalb der Zelle spezifisch an bestimmte Gensequenzen binden. So wird das Ablesen dieser Sequenzen und infolgedessen die Produktion des Tauproteins blockiert. Als Folge sinkt seine Gesamtmenge deutlich. Im Gegensatz zur sogenannten CRISPR/CAS-Methode verändern die Zink-Finger-Proteine dabei nicht das Erbgut der Zellen.

Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass der US-Pharmakonzern Biogen zusammen mit dem Unter­nehmen Sangamo Therapeutics ein globales Kooperationsabkommen geschlossen hat und auf dieser Grundlage klinische Studien vorbereitet. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER