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Ärzteschaft

Marburger Bund: Dokumentation der Weiterbildung trotz Pandemie

Donnerstag, 29. April 2021

/dpa

Berlin/Frankfurt am Main – Auch in der Coronapandemie fordert der Marburger Bund (MB) eine gute Weiterbildung und eine klare Dokumentation der erworbenen Kompetenzen von Ärztinnen und Ärzten. Zwar konnten in einigen Abteilungen die Weiterbildungsformate in der Form nicht stattfinden, auch konnten Rotations­programme nicht wie üblich ablaufen.

Durch pandemiebedingte Umstrukturierungen wurden auch viele Assistenzärzte auf anderen Sta­tionen mit COVID-19-Patienten eingesetzt. „Diese Kompetenzen, die dabei erlernt wurden, müssen auch im neuen eLogbuch für die Weiterbildung festgehalten werden, auch wenn sie nicht zur aktuellen Fach­arztausbildung gehören“, forderte die MB-Vorsitzende Susanne Johna.

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So könnten die erworbenen Kompetenzen für spätere, weitere Facharztweiterbildungen genutzt werden. Die Einführung des eLogbuches 2018 bewertete Johna als Erfolg, da nun klare Strukturen nicht nur für Weiterzubildende, sondern auch für die Weiterbilder deutlich werden.

Auch der Anspruch auf spezielle Lerninhalte in der Weiterbildung könne nun dokumentiert werden. Da sich viele Assistenzärzte derzeit in der Übergangsphase bei der Einführung des eLogbuches befinden, gebe es auch viel Beratungsbedarf, berichtete Johna. Auf dem Deutschen Ärztetag kommende Woche soll es einen ersten Zwischenbericht zur Einführung des eLogbuches geben.

Insgesamt müsse es an den Krankenhäusern auch außerhalb der Pandemie wieder bessere Strukturen für die Weiterbildung geben: „Oftmals ist der ökonomische Druck in den Krankenhäusern inzwischen so hoch, dass die Zeit für die Weiterbildung fast nicht mehr da ist.“ Auch würden immer mehr Weiterbildun­gen in Teilzeit absolviert, wobei Teilzeit zwischen 50 und 80 Prozent der Arbeitszeit ist.

„Besonders 80-Prozent-Stellen haben hier zugenommen“, so Johna. „Viele Ärztinnen und Ärzte sehen sonst keine Möglichkeit, dass sie einen garantierten freien Tag in der Woche haben.“ Damit verlängere sich die Weiterbildungszeit aber oftmals deutlich.

Um gute Strukturen in der Weiterbildung für Ärzte sichtbarer zu machen, hat das Netzwerk Junge Ärz­tin­nen und Ärzte des MB Hessen erstmals ein Gütesiegel „Gute Weiterbildung“ verliehen. Ausgezeichnet wird das Institut für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Frankfurt.

„Die Ärztinnen und Ärzte vor Ort haben übereinstimmend über die sehr guten Weiterbildungsbedingun­gen und von einem sehr kollegialen Miteinander berichtet“, erklärte Simon Schmich vom Netzwerk Junge Ärztinnen und Ärzte beim MB Hessen, die für die Auszeichnung zuständig sind.

„Dies ist ein Ansatz zur Verbesserung der Weiterbildungsqualität“, sagte Johna, die ebenso Landesvorsit­zende des MB Hessen ist, bei der Vorstellung des Siegels. „Wir wollen damit die strukturierte Weiterbil­dung fördern und Vorbilder sichtbar machen“, so Johna weiter. Auch der MB Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz hat ein ähnliches Siegel für Weiterbildungen. Dort werde aber nur jede dritte Abteilung, die sich beworben hat, auch ausgezeichnet, berichtete Johna.

Nach Angaben des MB Hessen müssen Kliniken im Land mehrere Voraussetzungen für eine Auszeich­nung erfüllen: Die Abteilungen können sich selbst bewerben oder werden vorgeschlagen. Die Mitarbei­tenden der Abteilungen müssen einen Fragebogen ausfüllen, bei dem die Struktur, die Fortbildung oder auch die Art der Einarbeitung sowie das Arbeitsklima abgefragt wird.

Hier sollten sich möglichst viele Überschneidungen bei den Antworten von Weiterbildern sowie Weiter­zubildenden ergeben. Ebenso wird die Abteilung vom Netzwerk Junge Ärztinnen und Ärzten besucht und begutachtet. Wichtig dabei seien dabei auch die Nachweise über die Struktur der Weiterbildung, das Be­treuungsverhältnis oder die Ausgestaltung der Arbeitsverträge. Auch wird bewertet, ob eine Abteilung strukturierte interne sowie externe Fortbildungsveranstaltungen anbietet.

Als erste ausgezeichnete Abteilung sei es ein wichtiges Zeichen, „dass wir als Ärzteschaft einen gemein­samen Kompass haben“ und Weiterbildung auch vorleben können, berichtet Elke Hattingen, Direktorin des Institutes für Neuroradiologie am Uniklinikum Frankfurt.

„Weiterbildung ist für uns eine Teamarbeit, bei der beide Seiten täglich gut zusammen arbeiten sollen.“ Der rege Austausch mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen helfe auch, „den Modus ‚das haben wir schon immer so gemacht‘ abzulegen“, erklärt sie. Man müsse in den Nachwuchs investieren, um gute Medizin weiter in Deutschland machen zu können. © bee/aerzteblatt.de

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