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Politik

Krankenkassen schlagen wegen schlechter Finanzlage Alarm

Donnerstag, 29. April 2021

/picture alliance, Christian Ohde

Berlin – Den Krankenkassen in Deutschland droht 2022 ein Defizit von bis zu 19 Milliarden Euro. Sie sorgen sich um die künftige Finanzierung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).

„Die Lage ist tatsächlich dramatisch“, sagte Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, dem Handels­blatt mit Blick auf den befürchteten Fehlbetrag. Die TK hat mehr als acht Millionen Versicherte, diese müssten sich auf höhere Beiträge einstellen. „Wenn das Loch nicht mit Steuermitteln gefüllt wird, sehe ich keine andere Möglichkeit“, sagte Baas.

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Die Milliarden-Lücke entspricht etwa einem Beitragssatzpunkt. Die Krankenkassen pochen deswegen auf Zuschüs­se vom Staat. „Die Politik muss noch vor der Bundestagswahl zumindest für einen Teil des Defi­zits Zuschüsse beschließen, denn nach der Bundestagswahl ist es dafür vermutlich zu spät“, sagte Baas.

Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, forderte angesichts der angespannten Fi­nanzlage: „Um steigende Zusatzbeitragssätze ab dem Jahr 2022 zu vermeiden, muss der Bund den er­höh­ten Finanzbedarf des Gesundheitsfonds im Jahr 2022 durch ergänzende Bundesmittel ausgleichen.“

Auch die Regierungsfraktionen halten Zuschüsse für unvermeidbar. „Ich gehe davon aus, dass sich ein weiterer Zuschuss nicht vermeiden lässt“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Karin Maag (CDU).

Ähnlich äußerte sich die SPD-Gesundheitspolitikerin Bärbel Bas. Am Ende dürften nicht die Beitrags­zahler die „Zeche für die Pandemiekosten“ bezahlen, sagte sie dem Handelsblatt. © afp/aerzteblatt.de

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