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Politik

Trotz Stabilisierung der Corona­infektionszahlen noch keine Entwarnung

Donnerstag, 29. April 2021

/picture alliance, Robert Michael

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn hat trotz erster Anzeichen einer Stabilisierung der Coro­nainfektionszahlen zu weiter nötigen Eindämmungsmaßnahmen aufgerufen. „Es gibt Hoffnung, aber es gibt noch keine Entwarnung“, sagte der CDU-Politiker heute. Der steile Anstieg der Infektionszahlen ha­be vorerst gebremst werden können, dies reiche aber nicht, sie seien insgesamt noch zu hoch.

„Die Zahlen müssen nicht nur stagnieren, sie müssen weiter runter“, so Spahn. Die Intensivstationen in den Kliniken seien in zu vielen Regionen weiter zu voll, teilweise müssten Coronapatienten verlegt wer­den. Spahn betonte, dass die Impfungen weiter vorankommen. Dies schaffe die Voraussetzung dafür, dass wieder mehr Alltag möglich werden kann.

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Das voraussichtliche Ende der festgelegten Impfreihenfolge spätestens im Juni sei nicht mehr weit weg. Zuvor sei sie aber noch wichtig, um im Mai die dritte und letzte Prioritätsgruppe mit über 60-Jährigen und Berufsgruppen impfen zu können, die nicht ins Homeoffice könnten.

Mit Blick auf vorgesehene Erleichterungen für vollständig Geimpfte bei Alltagsbeschränkungen sprach Spahn von schwierigen Abwägungen. Für ein rasches Vorgehen wolle die Bundesregierung Bundestag und Bundesrat frühzeitig in Abstimmungen über eine geplante Verordnung einbeziehen. Der „späteste“ Termin für eine abschließende Entscheidung des Bundesrats sei der 28. Mai.

Die dritte Coronawelle ist nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) abgebremst. Es gebe eine „gute Entwicklung“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Fallzahlen seien aber noch zu hoch, auch wenn das exponentielle Wachstum sich seit Ostern nicht mehr im befürchteten Maß fortgesetzt habe. Sehr wahrscheinlich hätten sich noch mehr Menschen an die Maßnahmen gehalten.

Bei Menschen unter 60 Jahre nähmen die Zahlen jedoch zu, bei Kindern deutlich: „Kinder tragen auf jeden Fall zum Infektionsgeschehen bei“, sagte Wieler. „Wir müssen weiter alles dafür tun, um die Fall­zahlen zu senken“, betonte Wieler. Es gehe darum, Ungeimpfte „auf den letzten Metern“ kurz vor der Impfung zu schützen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.736 Coronaneuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 neue Todesfälle ver­zeich­net. Das geht aus Zahlen von heute Morgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.55 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Donnerstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 29.518 Neuinfektionen und 259 neue Todesfälle ver­zeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 154,9. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,6 ange­geben, vor eine Woche hatte sie bei 161,1 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.357.268 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht er­kannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.975.200 an. Die Gesamtzahl der Men­schen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 82.544.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von gestern Abend bei 0,90 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektions­geschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #760232
penangexpag
am Donnerstag, 29. April 2021, 20:04

Voreilige Deutungsbegierde

Sowohl der Ge­sund­heits­mi­nis­ter wie auch das RKI sollten nicht bei jeder Änderung der Inzidenzzahlen, die weit unterhalb der Fehlerbreite liegt, schon wieder eine qualitative Prognose in den Raum pusten - sondern einfach die Zahlen publizieren (MIT Fehlerangabe!) und mehr nicht, jedenfalls bis man von einer gesicherten Tendenz ausgehen kann. Die voreilige Bewertungssucht ist zu einem guten Teil für die Verwirrtheit in den Köpfen der BürgerInnen verantwortlich.
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