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Politik

Indische Variante „nur vereinzelt“ in Deutschland nachgewiesen

Donnerstag, 29. April 2021

/Josh, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der Nachweise der indischen Coronavariante B.1.617 in Deutschland bleibt laut Robert- Koch-Institut (RKI) relativ gering. Bisher sei sie „nur vereinzelt“, 22 mal, in untersuchten Proben entdeckt worden, heißt es in einem RKI-Bericht von gestern Abend.

In der Vorwoche hatte das Institut von 21 Funden gesprochen. Laut Bericht bleibt es hierzulande bei der Dominanz der besonders ansteckenden Variante B.1.1.7, die sich in den vergangenen Monaten rasch aus­gebreitet hatte: Es sei „keine Abschwächung“ zu beobachten, schreibt das RKI über die in Großbri­tannien entdeckte Mutante.

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Bei den beiden anderen als besorgniserregend eingestuften Varianten aus Südafrika (B.1.351) und Brasi­lien (P.1) bleiben die Anteile konstant gering, bei einem Prozent und weniger, wie aus den Daten hervor­geht. In Deutschland wird allerdings nur ein Bruchteil der Proben mit Gesamtgenomsequenzierung auf Varianten untersucht.

Die indische Variante steht bei der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) unter Beobachtung und ist im Gegensatz zu B.1.1.7, B.1.351 und P.1 nicht als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt, dafür fehlten gegenwärtig gesicherte Erkenntnisse. Bei Varianten geht es Experten um die Frage, ob eine verringerte Wirksamkeit der Immunantwort und/oder eine erhöhte Übertragbarkeit vorliegt.

Entwarnung gibt das RKI aber nicht. „Wir können momentan noch gar nicht endgültig belegen, ob das Virus schneller verbreitet wird“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler heute in Berlin. Auch andere Varianten spielten in Indien eine Rolle, es gebe aber wenige Daten. Über die Variante gebe es erste Laboruntersu­chungen, „allerdings sind die nicht so, dass wir da sehr, sehr beunruhigt sind“, sagte Wieler.

Insgesamt sei es nicht einfach nachzuvollziehen, was in Indien geschehe, so der RKI-Chef. Er verwies auch darauf, dass dort Schutzmaßnahmen gelockert worden seien, weil sonst die Gefahr zu groß gewe­sen wäre, dass Menschen verhungern. Auch durch große kulturelle Veranstaltungen mit Menschenmass­en hätte sich das Virus schneller verbreiten können.

Er halte es nach wie vor für richtig, lieber vorsorglich ein bisschen vorsichtiger zu sein als zuzuschauen, sagte Wieler – und ergänzte, dass die Briten nicht ohne triftigen Grund ins Ausland reisen dürften.

„Die Engländer fahren einen sehr harten Kurs, um die Zahlen so günstig zu halten, wie sie sind. Das sind Maßnahmen, über die man absolut diskutieren muss.“ Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) fügte dazu auf der gemeinsamen Pressekonferenz an, dass die Bundesregierung über diese Maßnahme nicht diskutiere. © dpa/aerzteblatt.de

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