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Politik

Scholz warnt vor Spaltung beim Impfen gegen Corona

Donnerstag, 29. April 2021

/picture alliance, Michael Kappeler

Berlin – SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat vor einer sozialen Spaltung beim Impfen gegen das Coro­navirus gewarnt und die Priorisierung verteidigt. „Das Impfen darf nicht zu einer sozialen Frage werden“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Nicht das Vorhandensein von Ärzten im Freundes- oder Bekanntenkreis darf über die Vergabe von Impfterminen entscheiden, sondern einzig und allein die Priorität.“

Es sei gut, dass es eine verbindliche Reihenfolge beim Impfen gebe. „Solange der Impfstoff knapp ist, sollten wir sie auch beibehalten“, sagte Scholz. „Mir ist es lieber, wir halten etwas länger an der Impf­pri­orisierung fest, als wenn wir einen Verteilungskampf um Impfstoff riskieren, bei dem sich am Ende die Wohlhabenderen mit ihren Netzwerken und Kontakten durchsetzen.“

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Kommunen und Länder sollten nach seinen Worten Strategien entwickeln, um Menschen in Brennpunk­ten schneller und niederschwellig zu impfen. „Niemand hat etwas davon, wenn die noblen Vororte durch­geimpft sind, aber die Pandemie in den sozialen Brennpunkten weiter grassiert.“

Zum Thema mehr Freiheiten für vollständig Geimpfte sagte Scholz: „Wir sollten uns in dieser Frage nicht von vermeintlichen Gerechtigkeitsdebatten leiten lassen, sondern die Frage einzig und allein unter me­dizinischen Gesichtspunkten betrachten.“ Die Frage sei, ob eine Ausgangssperre für Bürger, von denen keine Gefahr ausgehe, aus virologischer Sicht sinnvoll sei. „Ich glaube nicht. Und dann ist sie auch recht­lich nicht mehr begründbar.“

Die Bundesregierung hat baldige Lockerungen für Coronageimpfte in Aussicht gestellt. Das Kabinett soll die Pläne nächste Woche auf den Weg bringen. Nach dem Bundestag soll der Bundesrat am 28. Mai abschließend entscheiden.

Bundesweit sind nach Zahlen von gestern 20,5 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft – 24,7 Prozent aller Einwohner. Mit zwei Spritzen vollständig geimpft sind laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium 6,1 Millionen Bürger – also 7,4 Prozent. © dpa/aerzteblatt.de

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penangexpag
am Donnerstag, 29. April 2021, 20:07

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