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Ärzteschaft

KV Bayerns gegen Söder: Keine Impfung im Supermarkt

Donnerstag, 29. April 2021

/picture alliance, Peter Kneffel

München – Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist mit seinem Ruf nach Coronaimpfungen in Super­märkten und Apotheken auf scharfen Protest bei Bayerns Vertragsärzten gestoßen. Der Vorschlag sei „abwegig und nicht zielführend“, kritisierte der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).

Impfungen in Supermärkten wie in den USA sind aus Sicht der KVB nicht notwendig, weil es hierzulande ein dichteres Netz an Arztpraxen gibt. „Wir haben in Deutschland ein exzellent ausgebautes ambulantes Versorgungsangebot mit einer hohen Flächendeckung“, erklärten die drei KVB-Vorstände Wolfgang Krombholz, Pedro Schmelz und Claudia Ritter-Rupp. Sie gaben den Ball an die Staatsre­gierung zurück und forderten stattdessen zuverlässige Impfstofflieferungen.

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Laut KVB haben die niedergelassenen Ärzte in Bayern bislang mehr als 700.000 Dosen verimpft. Aktuell beteiligen sich demnach rund 6.500 Praxen an der Impfkampagne. „Aus Sicht des Vorstands der KVB könnten es weit mehr sein, wenn endlich mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit in Bezug auf die für die Praxen vorhandenen Impfstoffmengen vorhanden wären“, hieß es in der Stellungnahme der KVB.

Söder hatte am Vortag in der Welt mobile Impfteams gefordert, die in Supermärkten und Apotheken arbeiten könnten. „Es darf kein Impfstoff liegen bleiben, und vor Ort muss es schnell gehen – ohne lange Wartezeiten“, hatte Söder der Zeitung gesagt.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) erklärte heute in Berlin zur Frage von Orten für die Impfungen, dass diese Organisation in der Hand der Bundesländer sei. Wenn ein Land im Supermarkt impfen wolle, könne es das tun. Gleiches gelte auch für Pläne, besonders in sozialen Brennpunkten zu impfen. „Wir als Bund können nicht die Impfkampagnen in Köln, Offenbach oder anderen Orten organisieren. Das machen die Kommunen", so Spahn. © dpa/bee/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Samstag, 1. Mai 2021, 11:47

Schnellschüsse können schnell nach hinten los gehen

Derartige Probleme dürften sich häufen, denn welche "Impfer" im Supermarkt macht eine anständige Anamnese oder weiss von Kontraindikationen des Impflings?!
"Ein kürzlich vom AstraZeneca versendeter so genannter Rote-Hand-Brief warnt vor gefährlichen Folgen des „Vaxzevria“ genannten gentechnischen Vektor-Impfstoffes. Darin schätzt der Pharmakonzern, dass die „immuninduzierte Thrombozytopenie“ häufig, also bei 1 bis 10 Prozent der Geimpften auftritt. Und das bereits nach der ersten Dosis. Damit besteht die andauernde Gefahr, dass bei Geimpften gefährliche Thrombosen und Blutungen auftreten."
Quelle:
https://tkp.at/2021/04/29/astrazeneca-warnt-per-rote-hand-brief-vor-haeufiger-autoimmunerkrankung-durch-impfung/

Auch bei J&J soll es inzwischen einen entsprechenden ROTE HAND BRIEF geben...
Avatar #710751
DocAge
am Freitag, 30. April 2021, 08:20

Relativierung

Man könnte die Aussage von Hr. Söder auch als Banalisierungsversuch der Impfstoffe deuten. Impfstoff ganz locker zwischen Wurst und Käse, kann ja nicht schaden den mal mitzunehmen. Jegliche Standards und Ansprüche an Pharmazeutike scheinen seit Corona aufgehoben...
Avatar #760232
penangexpag
am Donnerstag, 29. April 2021, 20:17

Qualität oder Schnelligkeit

Die Pandemie zwingt zu einem ständigen Lernprozeß - der auch durchaus sichtbar statt findet. Allerdings mit einem leider noch immer sehr großen Defizit hinsichtlich der zentralen Datenerfassung der geimpften Personen - und zwar nicht nur der Name und Geburtsdatum. Und das Gesamtspektrum der relevanten Daten ist die breite Lücke im Lernprozeß - die ohne Zweifel größer würde beim Impfen im Supermarkt. Und DARUM ist die Idee zwar hinsichtlich Schnelligkeit plausibel, aber nicht bezüglich der Qualität des Lernprozesses. Auf den kommt es aber jetzt besonders an.
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