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Medizin

Brustkrebs verändert das Berufsleben oft dauerhaft

Montag, 5. Juli 2021

/Axel Kock, stock.adobe.com

Bonn – Bei viele Patientinnen mit Brustkrebs verändert die Krankheiten das Erwerbsleben dauerhaft. Das berichten Wissenschaftler der Universität Bonn und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) im Journal of Cancer Survivorship (2021; DOI: 10.1007/s11764-021-01035-5).

Studien zeigen laut den Wissenschaftlern, dass die Überlebensrate für Frauen mit einer Brustkrebs­diag­nose bei 88 % liegt. „Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist wichtig – als ein Stück Normalität und Sinnstif­tung nach krebsbedingter Krise”, erläutert Kati Hiltrop von der Forschungsstelle für Gesundheits­kommu­ni­kation und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Bonn (UKB).

Doch nach einer Brustkrebsdiagnose und einer erfolgreichen Behandlung komme es häufig zu langfris­tigen Einschränkungen wie dem Fatigue-Syndrom. Auch weitere Folgen der Chemotherapie und die Angst, dass der Krebs wieder zurückkehre, könnten die Leistungsfähigkeit einschränken.

Die Forschenden haben daher untersucht, wie es 184 Brustkrebspatientinnen nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz ergangen ist. Dabei handelt es sich um eine Folgestudie des Projekts „Strengthening patient competence: Breast cancer patients’ information and training needs“ (PIAT), bei dem rund 1.000 Brust­krebspatientinnen befragt wurden. Die Forschenden befragten die PIAT-Teilnehmerinnen 5 bis 6 Jahre nach der Diagnose erneut.

Zu 4 Messzeitpunkten wurde in Umfragen und Interviews ergründet, wie nach subjektiver Einschätzung der Gesundheitszustand war, wie häufig es zu beruflichen Verände­rungen kam und wie erfüllend der Job war. Außerdem erfassten die Wissenschaftler sozioökonomische Daten wie Alter, Anzahl der Kinder und Bildung.

Im Mittelpunkt der Studie stand, wie zufrieden die Patientinnen mit ihrer beruflichen Entwicklung seit der Diagnose waren. Etwa die Hälfte erlebte im Beobachtungszeitraum mindestens eine berufliche Veränderung.

„Das Hauptergebnis ist, dass wir keinen Zusammenhang zwischen der Anzahl der beruf­lichen Verände­rungen und der Zufriedenheit gefunden haben, eine höhere Unfreiwilligkeit der Verände­rungen aber mit geringerer Zufriedenheit einherging“, erläutert Hiltrop.

Rund 16 % der beruflichen Veränderungen geschahen nicht aus freien Stücken. Zu diesen Verände­rungen zählten zum Beispiel eine höhere Arbeitsbelastung, ein erhöhter Arbeitsumfang oder der Renteneintritt. „Die Ergebnisse legen nahe, dass die ehemaligen Brustkrebspatientinnen nach der Rückkehr Schwierig­keiten haben, die beruflichen Anforderungen langfristig zu erfüllen und es folglich zu beruflichen Veränderungen kommt“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

„Ein vertrauensvolles Arbeitsumfeld sowie den Patientinnen Verständnis und Unterstützung entgegen bringen, kann eine zufriedenstellende Rückkehr zur Arbeit begünstigten”, erläutert Hiltrop ein weiteres Ergebnis der Studie. Die Forschenden leiten aus den Ergebnissen ab, dass für eine zufriedenstellende Rückkehr und besonders den Verbleib im Beruf langfristige Unterstützung notwendig ist.

An der Studie waren neben dem Universitätsklinikum Bonn die Deutsche Krebsgesellschaft, die Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität Köln (IMVR) und die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (UOL) beteiligt. Die Deutsche Rentenversicherung Bund und das Bundesgesundheitsminis­terium förderten das Projekt. © hil/aerzteblatt.de

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